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Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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DRUIDEN

menschliche Opfer, sei es, um mit ihrem Versöhnungsblute zubandeln, oder um die Einbildungskraft des Volkes 'mit einemheiligen Schauder zu treffen.

Wenn man dem Dichter Lucan glaubt, so waren diese bar-barische» Betrüger eine Art von heuchlerischen Gottesleugnern,welche unter sich der Dummheit des Volkes spotteten, indemsie dieselbe durch den Schrecken der Götter, welche sie als unbe-greiflich schilderten, damit sie sie desto furchtbarer machten, ohneUnterlaß vermehrten: Tantum terroribus addit 3 quo» timeantnoit Hoffe Deos.

Dem Ammianus Marcelliniis zu Folge waten sie inmehrere Klaffen eingetheilt: in die Barden, welche ihre Dich-ter und Geschichtschreiber waren; in die CubageN, welche sichmir geometrischen Berechnungen und de» Erfindungen der Künsteabgaben,und in die eigentlichen Druiden, welchen zwei schreck-liche Verrichtungen oblagen, die unglücklichen Schlachtopfer zuopfern, und das Volk zu regieren.

Julius Cäsar spricht von ihnen in seinen Commentarient»Die Druiden baden bei göttlichen und menschlichen Angelegen-„heilen den Vorsitz. Sie entscheiden die Streitigkeiten; und» ihre Urtheile, wie ihre Meinungen, werden als das Urtheil»der Götter betrachtet. Wenn es ein kühner Sterblicher wagen»wollte, ihnen zu widerstreben, so würd' er unter die Gottlosen»gerechnet, von der Gemeinschaft der Opfer ausgeschlossen,

» aller Bürgerrechte beraubt, und aus allen Wohnungen verbannt«werden, wie ein Verbrecher und von der Pest Angesteckter.»Inhaber aller Gewalt sind sie frei von allen Abgaben, tragen»sie den Donner der Götter, das Scepter der Könige, und die»heilige Mistel, vor der sich die Menge zur Erde wirft; ver-»waltew aber keine SraalSamtcr.«

Unter den priesterlichen Decorationen vergaß Julius Casar denWahrsagerstab. Es ist zwar wahr, daß das heilige Privilegium,die Zukunft vorher zu sagen, vorzüglich ein Eigenthum der Drui-dischen Sibylleu war. Daher jene Verehrung, jene Jdololatrie,welche die Weiber den Celten einflößten, wie das Beispiel derV e l k e d a und Aurinia bezeugt, welche nach dem Bericht deST a c i t u s zu dem Range der Göttinnen erhoben wurden. Die-ser Geschichtschreiber erzählt auch, daß die Druiden bei den Ver-sammlungen des Volks den Vorsitz führten, und dem Volk und

dem