DRUSUS
436
nun mit tiefer Erzählung eine Dewandniß haben, welche eSwolle, so ist doch soviel gewist, daß Orusiis bald nachher anden Folgen eines Falles vom Pferde im Zosten Jahre seines Al-ters, und im yten Jahr vor Christi Geburt sein lhacenvolles Le-ben endigte. Rom verlor an ihm einen muthvollen, ungemeingütigen und tugendhaften Prinzen, der es verdiente, August'-Nachlvlger zu werden, und der das Römische Reich vor einemselchen Ungeheuer, als Tiberius war, verwahrt haben wür-de. Auch verdient noch bemerkt zu werden, daß Drusus denRbeincanal bis an die Igel ziehen ließ. Er zeugte mir seinerGemahlin Antonia drei Kinder, den Germanicus, dieLivia und den Claudius.
DRUSUS, Sohn des Tiberius und derVipsania, hattemehrere von den Fehlern seines Vaters. Er war grausam, hitzig,wollüstig. Allein er hatte nicht alle Fehler seines Vaters. Nach-dem er im Jahre 10 nach Christi Geburt O.uästor gewesen war,schickte man ihn nach fünf Jahren nach Pannonien. wo er die Le-gionen , die sich seit dem Tode des August empört halten, wie-der zum Gehorsam bringen sollte. Die Weisheit und die Ent«schloffenheit, die er bei dieser Gelegenheit zeigte, erwarben ihmdas Consulat. Eben so sehr zeichnete er sich in Jllyrien aus,von wo aus er auf eine geschickte Art die Uneinigkeiten, die dieDeutschen zerrissen, zu unterhalten wußte. Der Senat be-stimmte ihm die Ehre desjenigen Triumphs, den die Römer dieOvation nannten, um den glücklichnn Erfolg seiner Unterneh-mungen zu belohnen. DrusuS kehrte nach Rom zurück, undwurde mit dem Kaiser, seinem Vater, zum Consul gemacht. Inder Folge theilte er die Gewalt eineS Tribunus mit ihm. DieseWürden schienen diesem Prnrzen das Reich zu sichern. AlleinSejanus, jener verwegne Dchurke, dem er eine Ohrfeige ge-geben hatte, bestach Livia, die Gemahlin des Drusus, und,im Einserstandniß mit ihr, ließ er ihn durch einen Verschnitte-nen vergiften. Der Arzt der L i v i a, der unter die Zahl ihrerLiebhaber gehörte, nahm an diesem niederträchtigen CompleteAntheil. Das Gift wirkte langsam, raffte aber demungeachietim Jahre 23 nach Christi Geburt den D r u su s weg.
DRUSUS, Sohn des Germanicus und der Agrippina,besaß anfänglich die Gunst des Kaisers Tiberius in einem ho-hen Grade, und wurde zu anfehnlieben Würden befördert. Al-lein der schlaue und ränkevolle Sejanus suchte ihn um die Gunst
des