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Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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ihr Belecken eine Art von Linderung verschaffen. Allein obgleichihre rauhe Zunge seinen Schmerz vergrößerte, so schien er sichwehr mit der Kesorgniß, ihnen das Gift, von dem er sich durch-drungen fühlte, mitzutheilen, zu beschäftigen. So unbedeu.tend die Unterstützung war, die er in diesem Stalle erhielt, sowar es doch dem Besitzer des Bauerhofes unmöglich, sie fortzu-setzen. Man mußte ihn daher ungeachtet seiner Schwache be-deckt mit elenden Lumpen und Heu zu einem Prediger in derNachbarschaft bringen» wo es nicht viel sehte, daß ihm dieKälte, die er unterweges ausgestanden hatte, den Tod zuzog.Jedoch er genas. Allein die Hungersnoth, die diele Gegend ver-heerte , brachte auch ihn um zenen Zufluchtsort, sobald es ihmseine Kräfte erlaubten, seinen Weg weiter fortzusetzen.

Da er nicht wußte, wo er sich hinwenden sollte, so erkundigteer sich, »b es nicht ein Land gäbe, welches jene Geißel verschonthatte. Man rielh ihm, sich in eine Gegend zu begeben, dienach.Mittag oder Morgen zu läge. Die Vorstellungen Mittag,Morgen, waren neue Ideen für ihn, die die-Huellc seiner erstenBetrachtungen und sein erster Unterricht in der Erdbeschreibungwaren. Er ging also gegen den Punct zu, wo die Sonne ihmaufzugehen schien; er durchreiste Champagne. Elende Hütten,die kaum mit Stroh und Thon bedeckt waren, blasse, schmach-tende und bleiche Menschen, Kinder, von denen sich nur hierund da eines sehen ließ, und die die Noth ausgemergelt halte,zeigten ihm das Elend in seiner schrecklichsten Gestalt. Endlichlangte er zu 8en->iäe an, und plötzlich wurde er von einem neuenAuftritte überrascht. Geräumige Häuser, die gut bedeckt undder starken und von Gesundheit strotzenden Männer werth waren,die sie bewohnten; flinke und wob! gekleidete Weiber, zahlreicheund muntre Kinder, unzweideutige Beweise vom Wohlstände undGlück des Landes, ließen ihn merken, daß er sich in einer an-deni Gegend befand.

Das Ungefähr machte, daß er in der Einsiedelei la Rochetteeinkehrte, wo ihn der gute Einsiedler P a l a m 0 n aufnahm, ihmGeschmack für seine Lebensart und Arbeiten beibrachte , und ihmlesen' lehrte. Duval, den die Natur mit einer ungestümenReitzbarkeit begabt hakte, trat in das Alter, wo sich die Leiden-schaften entwickeln. Das Bedürfniß einer hestimmten Neigung,daö Lesen ascetischer Schriften, aus denen die Büchersammlungdes Einsiedlers bestand, brachten ihm anfänglich einen entschied-nen Hang zur Andacht bei, die aber nichts weniger als einegründliche und reine Frömmigkeit war, die nach sei*

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