DURRIUS
DUVAL
464
DURRIUS (Joannes Conradus), 1625 zu Nürnberggeboren, war nach und nach Professor der Moral, Poesie unsTheologie zu Altorf, wo er 1667 starb. Man hat unter andernvon ihm einen lefcnswerthen Brief, worin er einem seinerFreunde sagt, die Erfinder der Buchdruckcrkunst waren von denMönchen, welche über die Erfindung dieser schönen Kunst defi-wegen ausgebracht waren, weil sie ihnen den Gewinn entzog, densie durch Copierung der Handschriften zu machen gewohnt waren,der Zauberei angeklagt worden.
DURY (John), Duraeus oder Dureus im Lateinischen,ein Schottischer Geistlicher, welcher an der Vereinigung der Lu-theraner und Calvinisten mit großem Eiser arbeitete, in welcher !Ivbcnswürdige» Absicht er den grdßesten Theil von Europa durch-reisete, und um das Jahr 1675 starb.
DUVAL (Valentin Jameray), Bibliothekar des Kai- !serö F r a n z I., war der Sohn eines armen Landmannes, undwurde im Jahre 169; im Dörfchen Artonay in Champagne ge-boren. Schon im zehnten Jahre wurde er seiner Eltern be-raubt, und sah sich im viel zehnten Jahre gcnöthjget, sein Va- >terland zu verlassen, weil er keinen Dienst bekommen konnte. !Er überließ sich dem Zufalle, machte sich auf den Weg, undwurde in dem höchst strengen Winter des Jahres 1709 mittenauf dcm Felde von den Kinderpocken überfallen. Er befand sichin der traurigsten Lage. Bedeckt mir Schnee, und halb erfro-ren halte er kein Brod, keinen Zufluchtsort und nicht die minde-ste Hofnung, seinen Zustand zu verbessern. Die Heftigkeit sei-ner Schmerzen und die Strenge der Jahreszeit zwangen ihn, voreiner Meierei still stehen zu bleiben, wo er zu seinem Aufenthaltemir einen Stall und. einen Misthaufen bekam, unter dem manihn gegen die Kalte schützte. Die hier befindliche Hitze erwärmtejhn nach und nach, und erleichterte den Ausbruch der Krankheit. |
Bald war er über und über mit P cken bedeckt. Allein mau I
leistete ihm keine Unterstützung. Der ganze Kauerbof war ver- '
schuldet. Der Herr hacke selbst nichts zu leben, und nur einhoher Grad von Mitleid machte, daß er dem Sterbenden einenTrank gab, der in Eiswasser, und eine Nahrung reichte, diein ein wenig kaum geialzner Wassersuppe bestand, wozu noch 1
schlechtes und gcfrornes Brod kam, welches er in seinem Misteaurtbauen ließ.
Die Lämmer, deren Wohnung er theilte, schienen seine ;Schmerzen zu rühren. Es schien, als wollten sie ihm durch'
ihr