Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
Seite
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EPAMINONDAS

Epaminondas verdiente durch die Dienste, welche er seinemVaterlande geleistet hatte, Kronen, und wurde, als er zurück-kehrte , als Staatsverbrecher empfangen. Ein Gesetz von The-ben verboth bei Lebensstrafe, das Commando der Truppen lan-ger als eine» Monat zu behalten. Der Held hatte dieses Gesetzverletzet, aber bloß uni seinen Mtbüigein die Freiheit zu erw r-ben. Die Richter wollten ihn zum Tode verdummen, als erbat, man möchte auf sein Grabmahl setzen, er habe darumdas Leben verloren, weil er die Republik geret-tet hatte. Dieser Vorwurf brachte die Thedaner wieder zusich selbst. Sie gaben ihm das Commando wieder. Er trugseine Waffen nach Thessalien, und war daselbst beständig Sieger.Als sich der Krieg zwischen den Eleern und Mautiueern entspann,eilten die Thebaner den erstem zu Hülfe, und es fiel in den Ebe-nen von Mantinea . im Angesicht der Stadt selbst, eine Schlachtvor. Der Tuebanische General zeigte bei derselben sein ganzesGenie und allen seinen Muth; da er sich aber in das Schlacht-getümmel stürzte, um den Sieg für seine Partei zu entscheiden,erhielt er, z 6 ; Jahr vor Christi Geburt, ohngefahr im 48. seinesAlters, eine tödtliche Wunde in die Brust. Als er schon imSterben war, fragte er, wer Sieger sei? Die Thebaner,antwortete man ihm.-»Ich habe also genug ge-

klebt, erwiederte er, da ich mein Vaterland trium-„phierend hinterlasse.« Als seine Freunde gegen ihnbedauerten, daß er keine Kinder hinterlasse, antwortete er ihnen:„Ihr irret euch, ich hinterlasse in den Siegen„von Leuctra und Mantinea zwei Söhne, welche„mich unsterblich machen werden.«

Bei der Nachricht von seinem Tode hielt sich, sagt Xeno-phon, die Armee für überwunden. Theben fiel mit diesemgroßen Manne, der mit seinem Arm und seinem Kopfe dasselbeaufrecht hielt, aber nicht auf einen festen Grund hatte setzenkönnen.

Epaminondas urtheilte, eine Republik ( und man kann hinzusetzen, und eine Monarchie) wird nur eines schwanken-den Glückes genießen, so lange sie, zufrieden mir dem Ueber»gewicht entweder zu Lande oder zur See, nicht beides mit einan-der vereiniget. Er wollte daher die Thebaner dahin bringen,eine große Seemacht auszurüsten; ?lber dieses Volk, das laugeZeit Sclav gewesen war, war in die Folgen der Sclaverei, inWeichlichkeit und Indolenz gefallen. Dieser große Mann mußte