Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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EPICURUS

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Der Epicurismus trug zuvcrl-'sig zu dem Verfalle des Reichesbei, da er aber in den Jahrhunderten der Barbarei entweder ver-nachlässiget wurde, oder man ihn nicht kannte, so konnte erweder Gutes noch Böses wirken. Er trat nicht eher aus derVergessenheit heraus, als in dem letzten Jahrhunderte, durchden berühmten Gassendi, der dis Satze des Epicnr aufeine voriheilhafte Weise erklärte, und durch seine Schriften undSitten die Lehre des Griechischen Philosophen verherrlichte. Erhatte zu Schülern Chapelle, Mokiere, Bernier, dieeinen Epicurismus annahmen, der noch bequemer als der ihresMeisters war.

Ihr Beispiel und ihre Lehren unterwarfen der Philosophie desEpicur mehrere vornehme Männer, die Heroismus mit Weich-lichkeit, und Geschmack an der Philosophie mit dem Geschmackam Vergnügen verbanden. Diese sonderbaren Männer bildetenunter den Franzosen verschiedene Schulen des Epicurismus.

Die älteste hielt ihre Versammlungen in dem Hause der Ninoode Lenclos. Hier versammelte diese neue I-eootium alles, wasder Hof und die Stadt an artigen, aufgeklärten und wollüstigenMännern hatte. Die Gräfin de ls Suze, die Gräfin d’Olonne,St. Evremont, der den Epicurismus nach London brachte, (woer dcn berühmte» Grafen von Gramont, der Dichter Wal-ler und die Herzogin von Mazarin zu Schülern lMe)sind die berühmtesten dieser Schule.

Auf diese folgte die des Temple, welche die Fürsten von Ve,t-döme, Chaulieu , den Chevalier de Bouillon, dcn Marquis dslaFare, Rousseau, den Abbe Courtin, Canipissron, Ia Fosse,Paiaprat, den Baron de Breteuil, den Vater der berühmtenMarquise du Chastelet, Ferrond, Perigno, den Marquis dyDangeau, den Herzog de bleverr, den Marschall de Catinat,den Grafen de Fiesque, u. v. a. m. unter die Anzahl derer rech-net, aus denen sie bestand«

Die Schule von Sceaux, decenter als die des Temple, umfaß-te alles, was jene Sectatore» des Lurus, der Politesse und derWissenschaften übrig ließen. Malezieu, der Abbe' 6enoK, laMotte, Fontenelle, Voltaire gaben diesem Zufluchtsorte derPhilosophie und der schönen Künste Glanz.

Sollen wir noch von einer kleinen Epicurcischen Gesellschaftreden, die nicht so stolz, aber eben so delicat als die beiden vor,hergehenden, sich um das Jahr 1730 bildete? Zur Hälfte litte,

D 5 rärisch.