Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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EPIMENIDES

rarisch , zur Hälfte Bacchisch, vereinigte sie die Vergnügungendes Parnasses und der Tafel, und nannte sich le Caveau, nachdem Orte, wo sich ihre Mitglieder versaminelten, die fast alleGelehrte waren. Sie bestand aus Grebillon, Vater und Sokn,'6-elset, Piran, la Bruyerc, Gentil Bernard, aus dem Schau-spieler Ia Noue, dem Liederdichter Gallet, Saurin, GoIIs, je-iyotc ii. v a. m. Jeder las daselbst die Früchte seines Geniesvor , oder trug durch das besindere Talent, das er besaß, zudem allgemeinen Vergnügen bei. Diese Gesellschaft bestand nurzehen Jahre, weil einige vornehme Herren, die Vergnügen dar-in suchten, Zwang in dieselbe einführten.

Ucbrigens sehe man die Artikel der vorzüglichsten Epicnreernach, die wir hier angeführet haben. Man siehet selbst aus demDerzeichniß ihrer Namen , daß das wollüstige Leben der Anhän-ger des Epicur zn allen Zeiten und in allen Arten, ein großesVorurtbeil gegen die Sitten ihres Meisters an die Hand gaben.Obgleich mehrere ausgezeichnete Schrittsteller, wie Eailvocatsagt, den Epicur über den Artikel der Sitten ge-re ch t f e r t i g c t haben, so muß man doch die Sitten fast allerseiner Anhänger, der altern sowohl als der neue»n, verdammen.Die meisten von den A? anncr» und Weiber», die sein Panniertrugen, stürzten sich in Vergnügungen und Weichlichkeit, hattenkeinen andern Zweck, äls die Wollust, und trugen durch ihr Le-ben oder ihre Schritten zur Verdcrbniß der Sitten bei. G as-se ndi, einer der größestcn Bewunderer des Griechischen Phi-losophen, sah' ohne Zweifel dieses nicht voraus, als er in einem

Recueil fur la vie & les Ecrits d’ Epicure , 1656 in 8.

die Apologie seiner speculative» und practischen Moral machte.Der Abbe' Batteur ist in seiner

Marale d'Epuurt tiree de fes propres Ecrits , 1758 in 4.ihm weniger günstig.

EPIMENIDES, von Gnossus in Greta, wird von denen fürden 7. Weisen von Griechenland gehalten , welche den P e«r land er nicht unter dieselben zahlen. Er trieb zu gleicherZeit die Dichtkunst und die Philosophie. Man erzählte so vieleWunderdinge von ihm, und sein Name war durch ganz Grie-chenland so groß, daß man ihn für einen Liebling der Götterhielt. Man berief ihn nach Athen, um die Pest zu versprechen,welche er, wie die Geschichtschreiber sagen, mit geweihtem Wasser

vertrieb.