ERASMUS
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ERASMUS (Desiderius'), den 28.Dctvber 1467 zu Rot«lerdum geboren , aus dem verbotcmn Umgänge eines Bürgersvo» Gude, ylamenS Peter Gerard, mit Ver Tochter einesArztes. Er wurde nach seinem Dater Gcrard genannt,und nahm nachher den Namen Desiderius, welcher imLateinischen, und den Zunamen Erasmus, welcher im Grie-chischen dasselbe bezeichnet, was Gcrard im Holländischen, näm-lich Amabilis, liebenswürdig. Nichts hat die Statt Rotterdamberühmter gemacht, als daß dieser große Mann in ,hr geborenwurde: auch war sie nicht unempfindlich gegen diese Ehre, si-n,dern bezeugte ihr Gefühl dafür auf folgende Weise. Das Haus,in welchem er geboren war, wurde erstlich mir folgender In-schrift gezierl:
blaec est parva domus, magnus qua natus Erasmus.Zweitens erhielt das Collegium, worin Lateinisch, Griechisch unddie Rhetorik gelehrt wird, den Namen des Erasmus, und wurdeihm durch eine Inschrift am Fronrispice gewidnret. Drittenswurde ihm im Jahr IZ49 eine Statue von Hoiz, viertens imJahr izz-; eine von Stein, und endlich fünftens im Jahr 1622eine von Kupfer errichtet, welche von Kennern bewundert wird.Sie steht auf einem öffentlichen Platze der Stadt, an einem Ea-nal, auf einem Piedestal, welches mit Inschriften geziert, undmit eisernen Ketten umgeben ist.
Erasmus war bis in sein 9 Jahr Chorknabe in der Cathedral-Kirche zu Utrecht. Im 14. verlor er Vater und Mutter; im >7.würd' er von seinen Vormündern gezwungen, ein regulierterChorherr des D. Augustin zu werden. Seine Liebe zu den Stu-dien trug viel dazu bei, das Unangenehme eines so zwangvolle»Standes zu mäßigen. Er fand in der Betreibung der KünsteZerstreuung. Er mahlte sogar ziemlich gut, undes ist in demKloster zu Stein noch ein Crueifir vorbanden, unter welchem ge-schrieben steht: Verachtet dieses Gemählde nicht sosehr, es ist gemahlet von Erasmus. Man sagt auch,setzt M. Savcrien hinzu, daß er sich die lange Weile durch dengenauesten Umgang mir Weibern vertrieb. Und wirklich leugneter nicht, daß er für die Reitze der Liebe Gefühl hatte; versichertaber, daß er nie ein Sclav der VenuS gewesen sei, und seinTemperament zu mäßigen gewußt habe, ob er eS gleich nicht im-mer unterdrückte. Im 25. Jahre würd' er von dem Bischof zuUtrecht zum Priester gemacht. Man kannte von da an alles,was man von ihm zu erwarten hatte; sein Scharfsinn war sehrfiark, und sein Gedächtniß sehr glücklich.
ErasmuS