Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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ERASMUS

Erasmus reiste, seine Talente zu vervollkommnen, nach Frank-reich, England. Italien, hielt sich beinahe ein Jahr zu Bolognaauf, und ward 1506 daselbst Doctor der Theologie. In dieserStadt war es, wo man ihn wegen seines weißen Scapuliers füreinen Chirurg der von der Pest angesteckten hielt, wo man ihn mitSteinen verfolgte, und sein Leben in Gefahr war. Dieser Zufallgab ihm Geleuheit, an Lambert BiuniuS, Sccretar deSPapstes Julius II. zu schreiben, utrd um die LoSsagnng von sei-nem Gelübde zu bitten. Er erhielt sie. Von Bolog-m ging ernach Venedig, dann nach Padua , und endlich nach Rom, woihn seine Werke schon vorkheilhaft bekannt gemacht harten.

Der Papst, die Cardinale, und vorzüglich der Cardinal vonMedicis (nachher LeoX.) suchten seinen Umgang. Erasmuskonnte in dieser Stadt ein großes und glanzenrcs Glück machen;Über die Vortheile, die ihm seine Freunde in England von Sei-ten Heinrichs VIII. der ein eifriger Bewunderer seiner Talentewar, hoffen ließen, machten, daß er den Aufenthalt zu Londonvorzog.

Thomas Morus, Eroßcanzler des Reichs, gab ihmein Zimmer in seinem Hanse ein. Erasmus halte sich ihm ohneseinen Namen zu nennen vorgestellt. Morus wurde von denRcitzen der Unterhaltung dieses Unbekannten so sehr überrascht/daß er zu ihm sagte r Ihr seid entweder Erasmus,oder ein Damon. Man trug ihm eine Predigerstelle a»,um ihn in England zu behalten; aber er schlug sie aus; einesolche Anstellung taugte nicht für einen Mann, der seinen Ruhmüber ganz Europa ausbreiten wollte.

Im Jahr 1510 machte er eine zweite Reise nach Frankreich,«no kehrte kurze Zeit daraufwieder nach England zurück. Die Uni-versität zu Orfvrd machte ihn zum Professor der GriechischenSprache. Sei es nun, daß Erasmus von Natur unbeständigwar, oder daß ihm diese Stelle unter seinem Verdienst zu seinschien, genug, er legte sie nieder, und ging nach Bafel, von wo -aus er ziemlich oft in die Niederlande und selbst nach Englandtriste, ohne daß ihn seine östern Reisen abhielten, eine großeMenge Schriftev heraus zu geben.

Als Leo X. auf den heiligen Stuhl erhoben worden war, batihn Erasmus um die Erlaubniß, ihm seineGriechische und Lateinische Ausgabe des Neuen Testa-mente»

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