ESTAMPES
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Ovrite am meisten schadet, ist, daß sie die Leidenschaft des Kö-nigs mißbrauchte, und dem Kaiser Carl V. wichtige Geheimnisseentdeckte. wodurch die französischen Armeen geschlagen wurden.Sie wollte sich dadurch die Stütze von diesem Fürsten versi-chern, die ihr der Tod des Königs einmahl nothwendig machte.Sie glaubte sich dadurch einen sichern Zufluchtsort außerhalbFrankreich zu verschaffen, für die Zeit, in welcher sie in diesemReiche nichts mehr sein würbe.
Diese Treulosigkeit würde unter Heinrich H. streng geahndetworden sein, wenn dieser Monarch nicht Bedenken getragen hatte,das Andenken seines Vaters dadurch zu entehren, daß er eineMätresse, welche 22 Jahr hindurch regiert hatte, der Gerech»tigkeit überlieferte. Außerdem hatte man auch diesen Fürsten be,schuldigen können, daß -er auf Antrieb der Diane de Poitiers,seiner Mätresse, handelte, die auf die Herzogin von EstampeSeben so eifersüchtig war, als die Herzogin von EstampeS auf sie.Diese Eifersucht nährte die Uneinigkeit in der königlichen Familieeinige Zeit. Alle Creaturen des Dauphins waren am Ho/eFranz's I. übel willkommen, und die Herzogin von EstampeShörte nicht auf, die Diane zu kranken. »Ich wurde in dem-»selben Jahre geboren, sagte sie, in welchem sich„Madame la Senechale (dieß war der Name, den Diane de„Poitiers fährte) v e rhe i r a thete.« Diane war wirklichsieben Jabr alter, als die Herzogin von EstampeS, und sie be-herrschte darum nichts desto weniger einen Prinzen, der 22 Jahrjünger war als sie.
Heinrich ll. der es entweder nicht wagte, einen allzu lebhaftenHaß gegen die Mätresse seines Vaters zu zeigen, o's-'r nicht wollte,erlaubte ihr, sich auf eins ihrer Landgüter zurück zu ziehen, wosie in Vergessenheit, Verachtung und Reue im Jahr 1576 starb.Sie nahm in ihrer Einsamkeit die reformierte Religion an, undwandte die Einkünfte von den großen Gütern, die sie wahrendihrer Gunst erhalten hatte, an, Bekehrungen zu derselben zu be,wirken.
Da Jean de Brosses, ihr Gemahl, ohne Erben gestorben war,kamen ihre Güter an Lebaltien de l-uxembourg, Herzog vonPenthievre, der nur eine einzige Tochter (Marie de Luxem-bourg) hatte, welche die Herzogthümer EstampeS und Pen»thievre Philipp Emanuel von Lothringen, Herzogvon Mercoeur, zubrachte. Die Tochter von diesem (Franc, scavon.Lothringen) heirathete Cäsar, Herzog von Bendvme, der
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