Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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EUDOXIA

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EUDOXIA oder EUDOCIA (Aelia), Tochter des Athe-Niensischcn Philosophen beontius , hieß vor ihrer Taufe und derVermahlung mit deni Kaiser Theodosius dem jünger« Athenais.Sie hatte alle Grazien ihres Geschlechts bei aller Gründlichkeitdes unsrige». Ihr Vater unterrichtete sie selbst in den Wissen-schaften, und machte sie zum Grammatiker, Philosophen undRhetor. Er glaubte, Laß seine Tochter bei so vielen Wissen-schaften und Schönheit keines Vermögens bedürfe, und ver,machte daher sein ganzes Vermögen seinen beiden Söhnen, bisauf 100 Goldstücke, welche er seiner Tochter davon zusprach.Nach seinem Tode suchte sie ihr Recht, aber vergebens. Dieseglückliche Undankbarkeit machte sie zur Kaiserin. Als sich näm-lich Eudvcia so ohne Vermögen sahe, ging sie nach Constanrino-pel, ihre Klagen vor der Pulcheria, der Schwester Theo-dosius II. anzubringen. Diese Prinzessin, die über ihren Geisteben so sehr erstaunte , als über die Reitze ihrer Schönheit,brachte eö dahin, daß sich ihr Bruder im Jahr 421 mit ihr ver-mählte.

Die Brüder der Eudvcia erfuhren ihr Glück, und verbargensich, um ihrer Rache zu entgehen; aber Eudvcia ließ sie aufsu-chen, und erhob sie zu den ersten Würden des Reichs: eine Groß-muth, die ihr Andenken edel» Seelen theurer macht, als selbstihr Glück.

Ihr Thron war beständig von Gelehrten umgeben. Pau-linus, einer derselben, liebenswürdiger oder talentvoller, alsdie übrigen, stand bei ihr am meisten in Gnaden. Der Kaiserward darüber eifersüchtig, und seine Eifeysuchr brach bei Gele-genheit einer Frucht aus, welche dir Kaiserin diesem Gelehrtengab. Theodosius glaubte seine Gemahlin schuldig, ließ den Pau-linus umbringen, verabschiedete den ganzen Hofstaat der Eudo-cia, und versetzte sie selbst in den Stand einer bloßen Privat-person. Sie begab sich hierauf nach Palästina, und nahm dieIrrthümer des Eulyches an. Endlich bewegt durch dieBriese des H. Simeon Stylit« und durch die Gründedes Abbtes Eulhymius kehrte sie zu dem Glauben derKirche zurück, und brachte ihr noch übriges Leben in Frömmig-keit und Studieren zu Jerusalem zu. Sie starb im Jahr 460,nachdem sie geschworen hatte. daß sie an dem Verbrechen un»schuldig sei, wegen welches sie ihr Gemahl in Verdacht hatte.

Eudvcia hatte noch auf dem Throne, und nachdem sie vondemselben herabgestoßen worden war. mehrere Werke geschrieben.

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