EUGENIUS IV.
9 °
er das Concilium nach'Rom, und starb 1447 im 64. Jahre seinesAlters und im 16. seines ,Pontificats. Er rief sterbend: „O„Gabriel, wie weit besser war' es für dich geme-ssen, wenn du weder Cardinal noch Papst gewvr»„der,, sondern beschäfftiget mit den Uebungen„deiner Regel in einemKloster gelebt hättest und„gestorben wärst." Er wurde um desto mehr bedauert,da er in einem Discours an die Cardinale, kurz vor seinemTode, unzweideutige Beweise von seiner Liebe zum Frieden vonsich gab.
EugeniuS war es, der die Könige von Polen und Ungarngegen die Türken aufreihte, und sie nöthigte, den auf das Evan-gelium beschwvrnen Frieden zu brechen, unter dem Dorwande,er sei ohne Theilnahme des Papstes geschlossen worden. Dießist nicht der kleinste Fehler, den man diesem Papste vorwarf.
Der Fortsetzet des Fleury schildert ihn im isy. Bucheseiner Geschichte folgendermaßen: „Wenn EugeniuS Fehler»hatte, so hatt'er auch große Eigenschaften. Sein Pontifical»war in einer beständigen Gährung, und hatte bald Glück, bald„Unglück; aber er endigte alle Kriege, die er unternahm, ziem-lich glorreich, und mischte sich nicht in die Streitigkeiten,»welche die christlichen Fürsten unter seinem Pontificat unter ein-» ander halten. Er brachte die Griechen dahin , daß sie sich derRömischen Kirche unterwarfen, und bekehrte die Armenianer„und Jacobiten. Erwachte, daß die christlichen Fürsten meh,»rcre Kreuzzüge unternahmen. — JDb er gleich nicht in dem„Rufe stand, gelehrt zu sein, so verfaßte er doch mehrere Schrif-„ten gegen die Hussitcn. Er liebte die Gelehrten, stiftete mch-„rere Kirchen, und war sehr mildthätig gegen die Armen. Er„verlor die Mark Ancona, erhielt sie aber kurz darauf wieder.„Wenn er von dem Concilium zu Basel abgesetzt wurde, so un-„terwarf er sich ihm darum nicht, und nahm selbst denen den„Purpur, die zu seiner Absetzung beigetragen harren. — Es ist„nicht zu laugnen, daß er viel Stolz besaß. Der Fehler. den„er dadurch beging, daß er seinen Neffen groß machte, dem er„die Cardinalswürde gab und einen guten Theil der Regierungs-„ geschaffte übertrug, zog ihm viele Widerwärtigkeiten zu. Die»„ser Neffe, der auf nichts dachte, als sich zu bereichern und zu»vergnügen, bediente sich seiner Gewalt gegen die Römer so„schlecht, daß sie, da sie es nicht langer ertragen konnten, und«einer ihnen angethanen ausgezeichneten Mißhandlung wegen bis
„zur