EURIPIDES
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Euripides blühte mit SophocleS zu derselben Zeit zuAtken. Die Nacheifernng, welche sich zwischen ihm und diesemfürchterlichen Nebenbuhler erhob, artete in Feindschaft aus.Aristophanes gab ihn in seinen komödien dem öffentlichenGelächter preis. Euripides sprach sowohl in Gesellschaft, alsauf der Bühne, von den Weibern beständig Böses: er verbeira«thete sich den, ungeachtet zwei Mahl, und sahe sich zwei Mahlgenöthiget, sich von seinen Weibern zu trennen. Dieser Umstandgab dem Griechischen Eomiker vielen Stoff zum Spotte.
' Euripides kämpfte anfänglich mit jenem edcln Muthe, derdem Genie so gut steht, gegen die Criiik. Als die Zuschauereinmahl verlangten, er solle einige Werft aus einem seiner Stückeansstreichen, kam er bis an den vordersten Rand der Bühne, undsagte zu ihnen: »Ich verfertige meine Stücke nicht»aus der Absicht, um von euch zu lernen, svn-»dern euch zu unterrichten." Ein ander Mahl tadelte»sie ihn, daß er den Reichthum das höchste Gut und dieBewunderung der Götter und Menschen genannthatte. Aber Euripides bat sie, das Ende des Stücks zu erwar-ten , wo der Bewunderer des Reichthums die verdiente Jächti-gung erhielt.
Endlich aber verließ ihn seine Festigkeit Bei seiner großenEmpfindlichkeit konnte er die Spöttereien der Schriftsteller unddes Publikums nickt langer vertragen, verließ deßhalb Aihen,und begab sich an den Hof des Archelaus, Königs von Macedo,uien. Dieser Fürst, der ein Beschützer der Gelehrten war,machte ibn zu seinem Premier-Minister, wenn dem Solinzu glauben ist. Euripides hatte, wie einige versichern, ein tra-gisches Ende. Man sagt, er sei in ein Gehölz gegangen, undhabe sich nach seiner Gewohnheit tief in Gedanken verloren, hiersei er in einiger Entfernung von den Hunden des Königes ange-fallen und zerrissen worden. Er habe nun auf diese oder jeneWeise seine rühmliche Laufbahn beschlossen, so setzen die Chrono-logen seinen Tod in das 407. Jahr vor Christi Geburt.
Euripides hatte bei großen Vorzügen des Geistes und Geniesviel Aeußeres. Seine Züge kündigten Starke an. So vielman aus einer antiken Büste schließen kann, war seine Physio-gnomie edel, ernst und kräftig; sie war der Abdruck seines Gei-stes, der vvn jNatur ernst und tief war, und das Große und Er-habene liebte. Er arbeitete schwer. Der Dichter Alcestes,der die Leichtigkeit schlechter Schriftsteller harke, rühmte sich, in
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