EUTYCHES
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wurde, beraubte ihn aller seiner Würden, und stieß ihn aus demPallast. Eutropius, der Rache des Publicums ausgeliefert,flüchtete sich in eine Kirche. Man wollte ihn auo derselben rei-ßen ; aber der H. Johannes Chryso st omns besänftigteden Pöbel durch eine Rede, welche für ein Meiste, stück der Be-redsamkeit gehalten wird. Nach einigen Tagen kam er aus der-selben hervor; man machte ihm den Proceß; und dieser Mensch,der es gewagt hatte, »ach dem kaiserlichen Tbrone zu trachten,verlor im Jahr ZY9 den Kopf auf einem Schaffet.
EUTYCHES , Haresiarch, ging seit seiner frühsten Jugendin ein K öfter bei Constantinopel. Seine Tugenden und seineKenntnisse reihten alle seine Mitbrüder so sehr, daß sie ihn ein-stimmig zu ihrem Abbt ernannten. Er brachte sein ganzes Lebenin den Ilcbungcn der strengste» Buße zu, und verließ seine Ein-samkeit nur, um die Irrthümer des Nestor ins zu bestrei«ten. Da er aber in den Nestonanismus, welcher in Christo zweiPersonen annahm, weil er zwei Naturen hat, zu fallen fürch-tete, nahm er an, die beiden Naturen seien in ihm so vereiniget,daß sie nur Eine ausmachen. Er schmolz also die beiden Naturenin eine einzige zusammen, um desto sicherer zu sein, nicht, wieNestorius, in Jesu Christo zwei Personen anzunehmen.
,, Leidenschaft mit Unwissenheit verbunden, « spricht der Abbe*Plüquet, „sieht nichts, als die Erlrewe; was zwischen bei-„ den inne liegt, und wo die Wahrheit wohnt, wird nur von auf-„ geklärten, aufmerksamen und mäßigen Geistern bemerkt. Eu-„tyches lehrte daher seinen Ddönchen, daß in Christo nur Eine„Natur sei. Er wollte nicht, daß man sage, Christus sei nach„der göttlichen Natur mit seinem Vater, und nach der mensch-„lichen mit »ns ccnsiibstanticll. Er glaubte, die menschliche Na-„tur sei von der göttlichen verschlungen worden, wie ein Tropfen„Wassers von dem Meer, oder wie brennbare Materie, in ei«„nen Ofen geworfen, von dem Feuer verzehret wird, so daß in„Christo nichts Menschliches mehr vorhanden, und die mensch«„ liche Natur gewißcr Maßen in die göttliche verwandelt worden„sei. Der Irrthum des; Eutyches betrifft also, wie M. de la„Crore vorzieht, keinen Wettstreit: denn indem Eutyches an«„nimmt, daß die menschliche Natur von der göttlichen verschlun-„ gen worden und so mit ihr zusammen geschmolzen sei, daß sie„mit ihr mir Eine Natur ausmache, so nimmt er Christo die Ei-„genschaft des Mittlers, vernichtet die Wahrheit der Leiden, des„Todes und der Auferstehung Christi, weil alles dieses zu seiner
„mensch-