Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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FAGNANI

FAGON

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Dieser Meister starb 1684 oder 1690. Er zeichnete mit derFeder und mit Tusche. Seine Zeichnungen der erster» Art wer-den mehr gesucht. Carl Maratti schätzte seine Werke sehr.La Fage besuchte diesen Mahler einmahl, welcher, als er ihnsahe, von seiner Arbeit aufstand, und ihm die Pinsel in die Handgab. La Fage antwortete ihm, er habe sich nie in der Mahle-rei geübt. „Wie gut für mich,« erwiederte Maratti: „Nach„Ihren Zeichnungen auf die Fortschritte zu schließen, die Sie»in dieser Kunst gemacht hatten, würd' ich Ihnen einen Platz„abgetreten haben, den Sie mehr verdienten, als ich.«

Die Kupferstiche nach ihm werden auf 60 bis 70 Blätter ge-schätzt, worunter einige wenige von ihm selbst sein sollen; wie.wohl verschiedene behaupten, er habe nie etwas radiert. SeineWerke sind meistentheils Skizzen, und zeichnen sich durch großeKenntniß in der Anatomie und Proportion aus. Bisweilen fin-det man in denselben Grazie und Ausdruck, aber nie eine guteZusammensetzung. Von Licht und Schatten scheint er gar nichtsgewußt zu haben. Am meisten zeigt sich sein Genie in Tänzen,Lustbarkeiten rmd Schwärmereien von Nymphen und Satyrn;sie sind aber meistentheils sehr unanständig.

FAGNANI (Prospero), ein berühmter Canonist, der zuRom wie ein Orakel der Jurisprudenz um Rath befragt wurde-Dieser geschickte Mann verlor in seinem 44. Jahre sein Gesicht,und arbeitete darum nichts desto weniger bis an seinen Tod, dersich '678 in seinem 80. Jahr ereignete. Wir verdanken ihmeinen

Commentar über die Decremlen, Rom 1661, 3 Bändein Lolio, Venedig 1697.

Er wurde auf Befehl des Papstes Alexander VII. unternommen.Die Jnhaltsanzeige dieses Werkes, ein wahres Meisterstück inseiner Art, ist allein so viel werth, als der Commentar. Son-derbar dabei ist, daß ein Blinder diese Anzeige machen, und zwarsie so genau machen konnte. Sein Br;ch ist den Ultramontanern.sehr günstig.

FAGON (Gin -C rescent), 1638311 Paris geboren, wosein Vater Kriegscommiffarius war, wurde frühzeitig für dieMedicin bestimmt. Er ward im Jahr 1664 Doctor. Bei die-ser Gelegenheit behauptete er in einer Thesis den Kreislauf deSBlutes, ein damahls kühnes Unternehmen, das die alten Dokto-ren