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FE'LIBfEN
FELIBIEN (Andre), Herr von Avaur und Javer»ci, 1616 zu Chartres geboren, begleitete den Gesandten vonFrankreich als Secretär nach iRom. In dieser Vaterstadt derschönen Künste hatt'er Gelegenheit, Poussin kennen zu ler-nen. Er stiftete Freundschaft mit ihm, und vervollkommneteunter diesem Künstler seinen Geschmack zur Mahlerei, Bildhauer-kunst und Baukunst. Foucquet und nach ihm Colberrstellten diesen talentvollen Mann an. Im Jahr 1666 erhielt erdie Stelle eines Historiographe« der Gebäude des Königs, und1673 ward er Aufseher über die Alterthümer. Zwei Jahre vor-her war er zum Secretär der Academie der Baukunst ernanntworden. Seine Rechtschaffenheit, die so bekannt war, als seineGelehrsamkeit, erwarb^ ihm die Achtung und Liebe der geschick-testen und bravsten Männer von Frankreich. Die Einen be-weinten ihn, wie die Andern, als er 1695 in seinem 7b. Jahrestarb.
Er war ein ernsthafter und strenger Mann, und dem ungeach-tet war sein Umgang bei Gelegenheit nicht nur angenehm, son-dern bisweilen selbst lustig. Er hatte einen richtigen Verstand,und ein rechtschaffenes Herz, und war mehr Freund der Tugend,als Sclav des Glücks. Er war Mitglied der Academie der schö-nen Künste, und machte ihr durch mehrere elegante, gründlicheund geschmackvolle Werke Ehre. Voltaire aber warf ihmmit Recht vor, er sage in allzu vielen Worten allzu wenig Sa-chen , und habe keine Methode. Diese Fehler bemerket man inallen seinen Schriften. Die vorzüglichsten derselben sind:
Entreiiens für les Fies & les Ouvrages de plus excellens Pein -ires, Paris 1685, 2 vol. in 4. Amsterdam 5 vol. in 12.Trevoux 6 vol. Die letzte Ausgabe dieses Werkes ist mitder !6ee du Peintre parfait und mit Abhandlungen über dieZeichnungen, Kupferstiche und die Kenntniß der Gemähldeund des Geschmacks der Nationen vermehrt. Der Verfas-ser war voll von seinem Gegenstände. Die Mannigfaltig-keit der unter einander vermischten Dinge würde die Lectürederselben sehr angenehm machen, wenn sein Styl» derzwar im allgemeinen edel ist, nicht allzu verworren und anmanchen Stellen wenig natürlich wäre.
Traitl de I'origine de la Peinture, in 4.
Les Principes de V Architeüure, Peinture & Sculpture, Paris1690, in 4. Man sieht, daß Felibien über alle diese Künstenachgedacht halte. Dieses Werk, voll von gründlichen und
scharf-