Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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FERDINAND V. 191

vorher sahe, und den Krieg nicht als ein Paladin, sondern alsein König führte.

Dieser Monarch starb 1516, in dem Dorfe Madrigakejo, aneiner Wassersucht, die durch einen Trank verursacht wurde, denihm Germaine de Foix , seine zweite Gemahlin, eingab, umihn dadurch zur Zeugung vou Kindern fähig zu machen.

Er war sehr aberglaubig. Man erzählt, es hatten ihm Astrv»logen giweißagt, Laß er in Madrigal, einem Flecken-in Castilien,sterben würde, und er niemahls seinen Fuß hätte dahin setzenwollen. Er schleppte seine Melancholie von Ort zu Ort, undkam, ohne daransÄcht zu haben, in das Dorf Madrigales», umdaselbst zu sterben, dessen ziemlich gleich lautender Name denwichtigen Astrologen, welche fürchteten, Liese Begebenheit möch-te sie einer Unwahrheit strafen, wieder Muth gab.

Unter seiner Regierung wurd.n die Judeiij aus Spanien ver-trieben ; und diese Vertreibung hakte schlimm? Folgen. Aberdieß war die einzige Wunde, die er Spanien schlug.. Er demü-thigte den hohen Adel, gab den Gesetzen ihre Kraft wieder, re»formierte die Geistlichkeit, verminderte die Auflagen, ließ dieweisesten Verordnmrgen ergehen, bestrafte die Beamten, die ge-gen ihre Pflichten treulos waren; und was in den Auge» vonPhilosophen weit weniger als alles dieses ist, er eroberte Grena-da, Neapel, Navarra, Oran, die Küsten von Africa. Phi-lippii. sagte nicht ohne Grund: „Er ist es, dem wir»alles schuldig sind." Er selbst aber war Gonsalvovon Cordova, gegen den er undankbar war, und Xime««es (man sehe diese beiden Artikel) nicht wenig schuldig.

Seine Eroberungen kamen seiner Rechtschaffenbcit hoch zu ste-hen. Seine Gesandten berichteten ihn eines Tages, daß sichLudewig XU. beklage, zwei Mahl von ihm betrogen worden zusei». „Zwei Mahl? rief Ferdinand, da irrte sich der»Trunkenbold sehr; ich hab' ihn mehr als zehen»Mahl betrogen." Ein mit ibm zugleich lebender Ita-liänischer Fürst sagte von diesem Monarchen: „Eh'ich auf»seine Verspechungen rechne, wollt'ich, daß er»bei einem Gort schwöre, an den er glaubt.« —Man muß glauben. sagt ein geschätzter Schriftsteller, daß manihn nur zum Spott den Catholischen nannte: denn zu-verlässig haue nie jemand den Geist der katholischen Religion we-niger.