Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
Seite
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FERDINAND V,

lung verband Castilien mit Arragvn. Ferdinand und Jsabelle ^lebten spricht ein Geschichtschreiber, nicht als zwei Gatten, de- *iireu Güter unter der Verwaltung des Mannes gemein sind, son-dern als zwei Monarchen mit einander, die ihres eigenen Inter- ei

esses wegen auf das genauste verbunden sind. Sie bildeten eine ib

Macht, wie Spanien noch nie gesehen halte. jh

Ferdinand erklärte dem Könige Alpho ns von Pvrtuqallden Krieg, schlug ihn 147fr zu Torro, und endigte den Krieg lo

durch einen vortheilliaften Frieden. Das Königreich Grenada st

rechte seinen Ehrgeitz: er eroberte es nach einem Kriege von acht ! w

Jahren. Meister von Castilien durch seine Gemahlin, von Gre» kc

nada durch seine Waffen, und von Arragon durch seine Geburt, ' tu

fehlte ihm nichts, als Navarra, welches er in der Folge gleich» w

falls an sich brachte. te

Zu eben der Zeit, als Ferdinand in Europa Eroberungenmachte, entdeckte Christoph C v l 0 m b 0 Ameriea, undmachte ihn -um Souverän einer neuen Welt. Aber auch dieseswar -Ferdinanden noch nicht genug. Er sandte Gon salvo deCordova, der große Capitan genannt, nach Italien, f,

welcher sich eines Theils vom Königreich Neapel bemächtigte, in-' n

deß sich die Franzosen Meister des andern machten. Diese letz- g

lern wurden in der Folge von den Spaniern, welche sie in An, y

sedung der Gränzen zu chicanieren suchten, gänzlich daraus ver-trieben. j

Hierauf folgte die Eroberung von Navarra. Heinrich VIll.König von England, war sein Schwiegersohn; er schlug ihmdie Eroberung von Gnienne vor. Der junge König schickte eine

Armee, und sein Schwiegervater bediente sich derselben zur Er-oberung von Navarra. Nach dieser Usurpation sucht' er Grünee, Jj

sie zu rechtfertigen, und konnte nichts, als eine angebliche Bulle $

finden. welche den König von Navarra in die Acht tbat, und s

sein Königreich dem zusprach, der es zuerst in Besitz nahm. „

Ferdinand, der in Spanien der Weise und Kluge, und in Ita-lien der Fromme genannt wurde, wurde in Frankreich und Englandnicht anders als der Ehrsüchtige und Treulose genannt. DieseFehler verdunkelten seine großen Eigenschaften; denn man kannes nicht laugnen, sagt M. Desormeaux, daß er ver größeste Königseines Jahrhunderts, daß er fein, geschmeidig, geschickt. ar»beitsam, aufgeklart war, die Menschen und die Gffchafftr kann-te, immer Hülföquellen fand, die Zufälle und Begebenheiten

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