Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
Seite
213
JPEG-Download
 

Ob ?e Fevre gleich sein ganzes Leben hindurch arbeitete, sotrug er doch nach dem Schriftsteller Tire! kein Verlangen, oderfürchtete vielleicht die Klippen des Geschafftes. Seine

Opuseulet, Paris 1614., in 4..

wurden von Le Begue heraus gegeben. Man findet hierin einenscharfen Ton, ohne allzu kühn zu sein; er ist scharfstnnig inseinen Conjecture« , und räsonniert richtig. Sein Styl ist rein,nett und gedrängt. Wenn ihm seine Talente Achtung erwarben,

| so machte ihn sein Character nichr weniger liebenswürdig: er| war artig, i^nft und mittheilend. Er lebte in der Einsamkeimitcher Politeffe eincs Hvfmanns, n»d am Hofe mit der Einfalt! eines Einsiedlers.

F^VRE (Nicolas le), ein berühmter Chemiker des letz»tern Jahrhunderts, Demonstrator der Chemie im königlichenbotanischen Garten zu Paris , wurde nach England berufen,

! das chemische Laboratorium, welches Carl II. zu St. James er«

! richtet harre, zu dirigieren. Dieser Fürst nahm ihn mit Aus-

zeichnung auf. Man bat von ihm eine

Chymie iheoretique & pralique , 2 vol, in 8 . wovon 1664die Z. Auflage erschien.

Man glaubt, der Verfasser sei kurz darauf gestorben. SeinBuch ist eins der ersten, worin die Grundsätze der Chemie tuiddie in derselben gemachten Entdeckungen zusammen gestellet sind.Die Bestimmtheit, womit er alle Proceduren dieser Wissenschaft, beschreibt, die Genauigkeit, mit welcher er von ErfahrungenRechenschaft giebt, machen, daß man es noch sucht. Er war! ein großer Bewunderer des Paracelsus, und glaubte, wiedieser, das Geheimniß gefunden zu haben, abgelebten und khie»rischen Körpern Gesundheit und Kräfte wieder zu geben. Erhatte, sagt man, dem berühmten Boy le, mit dem er in dergenausten Verbindung stand, dieses Geheimniß mitgetheilt; aberdieser Gelehrte hielt es ohne Zweifel für weiter nichts, als füreins von jenen Geheimnissen, welche Charlatanismus und Fang«tismuö so oft als untrüglich anpreisen.

FEVRE (Roland le - ), genannt der Venetianer, einMahler aus Anjvu gebürtig, mahlte Porträts, und fand seinVergnügen, in vielen derselben den Character und das Tempe-rament durch übertriebene Umrisse mit Beibehaltung der Aehn-lichkeit auszudrücken, wodurch daS entstand, was die Jtaliäner

£> 3 Cari»