FLEURY
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Oeffentliche Gasthäuser waren sein Parnaß. Er recitierte ei-nes Tages in einem derselben ein Trauerspiel, worin eine Ver-schwörung gegen das Leben eines Königs vorgestellt wurde;Leute, die durch die Straße gingen, gaben ihn als einen Hoch-verrälher an. Man warf ihn ins Gefängniß, sahe aber bald,daß der Verschwörer die Könige nur auf der Bühne ermorde.
Er starb 1625 zu London an der Pest.
FLEURY (Claude), 1 640 zu Paris geboren, advociertey Jahre hindurch mit Erfolg. Liebe zur Einsamkeit und zu denWissenschaften gaben ihm Geschmack für den geistlichen Stand.Er nahm ihn an, und hatte die Tugenden desselben. Er hieltoft mit gewählten Personen Conferenzen, deren vorzüglichsterGegenstand die heilige Schrift war. Er ward »672 Lehrer desPrinzen Conti, und in der Folge des Grafen von Bermandois.Seine Treue gegen seinen Zögling erwarb ihm 1684 die AbbtekEsc-Dien, und die Stelle eines Unterlehrers der Herzoge vonBurgund, Anjou und Berri. Fenelons Mitgehülfe in diesemedcln Geschähst, besaß er wie dieser die Kunst, durch sanfte undangenehme Lehren, und durch sein Beispiel, das überzeugenderwar, als seine Lehre, die Tugend seinen Zöglingen liebenswür-dig zu machen.
Ludewig XIV. hatte seinen Talenten einen Spielraum gege-ben, und wußte sie auch zu belohnen. Er gab ihm 1706 diereiche Priorei Argenteuil. Als sie der Abbe' Fleury übernahm,gab er die Abbtei L»c-vieu zurück. Hätt' er nach größern Gü-tern und höher« Würden gestrebt, er hätte sie erhalten; aberseine Uneigennützigkeit war so groß, als seine übrigen Tugenden.Er lebte am Hofe einsam. Ein Herz, voll von Rechkschaffen-beit, reine Sitten, ein einfaches, arbeitsames, erbauliches Le-ben, auftichrige Bescheidenheit, gewannen ihm den Beifall selbstder verdorbensten Höflinge.
Der Herzog von Orleans machte ihn 1776 zum BeichtvaterLudewigs XV. weil er weder Molinist, noch Janse-»ist, noch Ulkramontaner sei. Diese Wahl wurde all-gemein gebilliget: nur das einzige, was dabei zu tadeln war,sagt der Abbe' Dorsanne, war sein Alter von 75 Jahren.
Fleury hatte das Herz des Vaters gebildet, und bildete nundas Herz des Sohnes. Sein Alter nöthigte ihn, im Jahr 1722sein Amt nieder zu legen. Er starb im folgenden Jahre, im8;. seines Alters, am Schlagfluß.
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