Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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FLEURY

so viel als möglich auch in der Staatsverwaltung einführen.AuS diesem Grunde ließ er keine Schiffe bauen. Sein ruhigerC'oaraccer machte, daß er thätige und gründliche Köpfe wenigschätzte, uns sogar fürchtete; er entfernte sie allzu sehr vonWichtigen Posten. Er war mißtrauischer gegen die Menschen, alsdaß er sich bemüht hatte, sie kennen zu lernen. Seinem Charac-ter, sagt ein Man», der ihn sehr kannte, fehlte Erhabenheit.Dieser Mangel hing mit seinen Tugenden, seiner Sanft-undGleichmulh, seiner Liebe zur Ordnung und zum Frieden zusam-men. Er ließ Frankreich ruhig seinen Schaden wieder gut ma-chen, und sich durch einen unermeßlichen Handel bereichern,ohne irgend eine Neuerung zumachen. „Er regierte,« sprichtder Abbe' Millot, „wenn auch nicht als. ein Genie, well„ chcs große Dinge ausführt, doch wenigstens als ein kluger„Mann, der sich nach den Zeitumständen richtet, das,Wesent-„liche dem Dcheinbaren vorzieht, und die öffentliche Ruhe als»den Grund des Glückes betrachtet.«

Wenn er die Financiers allzu auszeichnend beschützte, wenner auf die Uneinigkeiten des Janscnismns allzu sehr achtete, somuß man das alles weniger ihm, als den Personen zurechnen,die um ihn waren. Er störte nicht gern die Ruhe eines andern,und ließ sich auch die seinige nicht gern stören. Er war glücklich,so sehr als es ein Minister sein kann, und behielt noch im hoch,sie» Alter und in der größeste» Verwirrung der Geschaffte dieHeiterkeit und Munterkeit seiner ersten Jahre.

Nie kostete ein Minister einem Staate weniger. Er hatte we-der Richelieu's Prachrlicbe, noch Mazarins Geitz. Seineganzen Einkünfte beliefcn sich nicht auf 100,002 Livres. Erwendete die Halste davon zu geheimen Wohlthaten, und die an-dere Halste zur Unterstützung eines mäßigen Hauses und einerpicht überflüßigen Tafel an. Sein Stolz, der verborgener alsstürmisch war, und mehr aus den Umstanden, als aus seinemCharacter entsprang, blieb jn den engsten Gränzen.

Im Leben des Marschalls Villars, von ihmselbst geschrieben, wird der Cardinal Fleury mehr alsein gesunder, denn als ein starker Kops, als ein geschickter Hof-mann, ohne Energie im Character, ohne aufrichtige Zuneigungzum Staate, und als ein Mann geschildert, der geschickter war,die Cabalen des Hofes zu unterdrücken, als für das politischeInteresse der Monarchie zu wachen. — Dieses von Villars enr.

worfene