waren, geschlagen, und er selbst mit den vorzüglichsten GroßenFrankreichs zum Gefangenen gemacht. Sein Mißgeschick wolltenoch, daß er durch den Französischen Offieier gefangen genom-men wurde, der zugleich mit dem Herzog von Bourbon zuden Kaiserlichen übergegangen war, und daß der Herzog, seinSieger, zugegen sein mußte, um ihm seine Erniedrigungempfinden zu lassen. Gleichwohl verließ thu sein Muth nicht;und er schrieb hier an seine Mutter: »Alles ist verloren,»nur die Ehre nicht." Dieser Monarch wollte sich nurdem Vicekönig von Neapel ergeben. »Mein Herr von Lau-»noi,« sprach er, »nehmen Sie den Degen eines Königs»hin, der Ihre Achtung verdient, weil er ihn nur erst dann»verloren hat, als schon das Blut mehrerer von den Ihn-»gen durch ihn geflossen war; und diesen König nicht Feig-»heit, sondern die Treulosigkeit des Schicksals zu Ihrem»Gefangenen macht.«
Man erzählt, der König habe in dem Moment, wo er um-ringt worden , und d' A v i l a nebst einem gewissen U r b i e t asich lebbaft um die Ehre gestritten hakten, ihn gefangen genom,men zu haben, ihnen ganz ruhig gesagt: » U r b i e r a hat michirbestvhlen und d'Avila mich gefangengenommen.« In derThat hatte ihm der erstere seinen großen Orden, reich mit Stei-nen besetzt genommen, und d'Avila sich damit begnügt, ihmseine Waffen abzufordern. Als man ihn über das Schlachtfeldan den Ort abführte, wo er in Sicherheit gebracht werden sollte,machten ihn die Kaiserlichen darauf aufmerksam, daß alle seineSchweizergarden sich in ihren Gliedern hatten niederhauen las-sen, und daß sie in Haufen über einander lagen. »Halten alle»meine Truppen,« rief Franz hier aus, »ihre Pflicht sowie»diese braven Leute gethan, so war' ich nicht Euer Gefangener,»sondern Ihr würdet meine Gefangenen sein.« Da man Fran-zen nahe bei dem Carthauserklvster von Pavia gefangen genom-men hatte, so führte man ihn darauf in die Kirche dieses Klosters.Die Mönche waren auf dem Chor, und da sie an den Vers desHZ. Psalms kamen: »Bonum mihi quia humiliasti nie, ut»discam justificationes tuas" kam ihnen der Kdnig juvor, undsang diese Worte mit lauter Stimme ab.
Wenig Tage nachher fährte man den königlichen Gefangene«nach Madrid. Carl hatte seinen Siaatsrakh versammelt, umdessen Meinung zu vernehmen, wie er Franzen zu behandeln hätte.«Wie Ihren Bruder und Freund,« antrvorteke der Bischof vo»
Oöma;