Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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GENSERICH

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seine Statthalterschaft, um sich durch seine Hülfe darin hattenzu können; da er sich aber in der Folge mit dem Kaiser wiederausgesöhnt halte, sucht' er ihn ohne Erfolg zum Zurückzuge nachSpanien zu bereden. Er unternahm es, ihn mit den Waffen inder Hand zu vertreiben, und wurde geschlagen. ASpar, derihm mit aller Macht des Reiches zu Hülfe geschickt wordenwar, wurde in einer zweiten noch verderblichern Schlacht ge»schlagen.

Genserich, der nun Meister von ganz Africa war, führte mitFeuer und Schwert den Arianisnins darin ein, und führte,nach dem Ausdrucke des Paulus Diaconus, nun mitGott Krieg, nachdem er ihn mit den Menschen geführt hatte.

Als einige Zeit darauf Valentinian III. von Mari.mns umgebracht worden war, bach seine Wittwe Eudoriaden Vandalischcn Helden, diese Ermordung zu rächen. Gcnse-ricd, der durch Geschenke gewonnen war, und nichts so sehrsuchte, als sich auszuzeichnen, segelte mit einer starken Flottenach Italien. Er drang den iz. Juni 455 in Rom ein, undübergab die Stadt einer Plünderung. Seine Soldaten plünder-ten 74 ganze Tage mit unerhörter Wuth. Die Römer sahenihre Häuser umgestürzt, ihre Kirchen geplündert und zerstört,ihre Weiber geschändet und geraubt, und ihre Kinder ermordet.

Eudoria, daö Opfer ihrer Rache, wurde mit ihren beidenTöchtern Eudoria und Placidia in die Gefangenschaftgeführt.

Der Sieger, der sich in Africa gesichert hatte, ward ganzEuropa fürchterlich, dessen Küsten er jährlich durch seine Flot-ten verwüstete. Dieser gekrönte Seeräuber plünderte bald Sici-lien und Sardinien, und bald Spanien und Oalmarien. Er warbei sich nicht weniger barbarisch, als bei andern. Da er sicheinbildete, seine Schwiegertochter suche ihn zu vergiften, umsich nach seinem Tode als Königin zu sehen, ließ er ihr Nase undOhren abschneiden, und schickte sie in diesem scheußlichen Zu-stande zu ihrem Vater, dem Könige Theodemer.

Dieses Ungeheuer war mit jener düstern Melancholie behaftet,welche bei Privatpersonen und Fürsten nie anders, als in Ver-brechen und schwarze Barbareien ausbricht. Die Erde wurdeim Jahr 477 von ihm befreit.

Man kann, trotz seiner Grausamkeit, nicht läugnen, daß "Genserich der geschickteste Staatsmann seines Jahrhunderts und

3 i 3 fähig