Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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GERMANUS

GERSON

Man sprach, sagt Crevier, verschiedentlich von diesem Torde, und die Wahrheit kam nie an den Taa: so viele Dunkelheit,spricht Tacitus, liegt noch über den berühmtesten und wichtig-sten Begebenheiten, weil die einen die ersten besten Gerüchte alSzuverlässig annehmen, und die andern die ihnen bekannte Wahr-heit entstellen; uns jede dieser entgegengesetzten Traditionen fin-det bei der Nachwelt Glauben. Es ist daher ungewiss, ob Ger-manicus vergiftet wurde. Aber sehr gewiss und klar ist es, daßPiso, der sich zum Diener des bösen Willens vom Tiberiusmachte, sich wenigstens alle Mühe gab, ihn zu beunruhigen undzu kranken, und dafür selbst von dem Fürsten bestrgft wurde,dessen Leidenschaften er diente.

Germanicus, der sanft in der Gesillschaft, treu in der Freund-schaft, klug und tapfer an der Spitze der Armeen war, hattesich aller Herzen gewonnen. Die Eigenschaften seines Geistesentsprachen denen seines Herzens. Mitten unter,dem Geräuschder Waffen und des Krieges trieb er die Litteratur und Bered-samkeit. Er hatte Griechische Eomödien. eine kkeberscz-zung des Aratus in Lateinischen Versen und Epigramme»geschrieben; die Zeit schonte einige derselben, welche 1715 und1716 zu Cvburg in 8- gedruckt wurden, und auch im LorporcPoetanim von M a i tt a i re enthalten sind. Einige derselbensind ingeniös, einige schwach; aber man erwartet nicht, daßein großer Feldherr, der die Armeen eines Kaisers unter sichhat, so gute Verse mache, als ein Dichter von Profession.

GermanicuS hakte sich mit Agrippina vermahlt, von wel-cher er y Kinder hatte, unter denen auch Caligula rvar, derden Namen feines erlauchten Vaters schändete.

GERMANUS, war anfangs Bischof zu Cvzicum, und wardim Jahr 71; Patriarch zu Eonstantinopcl. Er widersetzte sichden Befehlen des Kaisers Leo Isauricus gegen die Bilder, verlordeswegen 770 sein Amt, und lebte b»s in das Jahr 740 aiöPrivatmann.

Die Schriften, die wir von ihm inr Druck haben, sind:

De sex synodis oecumeniäs;

Epistolae ires atl lohannbm Ep. Syr.arfenfim et alios , und

Sermones VI. in fefia D. Mariae Virginis.

Sein Vater Justinianus Patricius war von Constantinus Po-gonatas hingerichtet, er selbst aber verschnitten worden.

GERSÜNf. Man sehe den Artkel CHARUER.

GER-