528 GHINGHI
GHIRLANDAJO
GHINGHI (Francesco Maria Gaetano), 1689 Z»Florenz geboren, lernte die Zeichnung bei Franz Ciamighi, dasBossieren bei I. Bapt. Foggini, und daS Edelsteinschnei-den bei seinem Vater Andreas Philipp. Er arbeitete für die bei-den letzten Großherzoge von ToScana aus dem Hause Medicis,und wurde .1737 nach I. Gastons Absterben nach Neapel beru-fen, wo er die Aufsicht über die Arbcirer in Edelsteine bekam.Unter seine vornehmsten Werke, die meistens in Cameen bestehen,rechnet man die Copie der Wediceischen Venus, die er in einen18 Pfund wiegenden Amethyst schnitt.' Dieses vortreffliche Stückbeftudet sich'jetzt in der churfürstlichen Gallerie zu Dresden.
Gbingbi lebte 1753 noch. Sein Oheim Vincens Ghinghi undverschiedene andere seiner Familie waren in dieser Kunst er-fahren.
GHIRLANDAJO (Domenico), dessen eigentlicher Fami-lienname Bigordi war, (sein Vater hatte den NamenGhirlandajo erhalten, weil er sehr schöne Vlumenkranz'evon Gold und Silber für junge Töchter machte) lernte bei sei-nem Barer die Goldschmidskrmst. Er zeichnete vortrefflich, da-her verließ er diese, und legte sich unter des Älerius Bal-dovinetti Anführung auf Die Mahlcrei. Er arbeitete aufTücher und Mauern. Papst Sirtus IV. ließ ihn nach Rom be-rufen, wo er nebst andern Künstlern die päpstliche Capcllc mahlte.Er copierte und mahlte sehr schöne Aichitecturstücke, wobei ersich gleichwohl weder des Zirkels noch des Lineals zu bedieucunöthig hatte. Er arbeitete auch mit vielem Fleiß und neuen Er-sindungeu in Musiv.
Dieser Mahler zog viele Schüler, unter denen besonders M i-chel Angelo Buonaroti zu bemerken ist. Er starb >493im 44 Jahre seines Alters, und würd' in der Kirche St. Marianovella begraben. '
Ghirlandajo war in der Arbeit so unermudct , daß er zu sagenpflegte, es thue ihm leid, daß er die Stadtmauern zu Florenznicht bemahlen müsse. Die Mienen seiner Kopfe und die Stel-lungen seiner Figuren sind edel und natürlich; er ahmte die Na-tur sehr genau nach. Sein Colorit ist angenehm und harmonisch.Er verbannte die -Gothische Gewohnheit, die Gewänder mir Goldzu mahlen, aus der Kunst. Aus des Vasari Anrede an dieKünstler ist zu ersehen, daß Ghirlandajo ein Buch über dieKunst geschrieben, dessen sich Vasari in seinem Werke bediente.