32 Ein Blick auf d i e Kirchenbaukunst
entfernt werde, welches nicht der Wurde des Urbildesund des Gegenstandes zusagt, und nicht geeignet ist,bey den Gläubigen wahre Erbauung zu erwecken.
Unser Österreich ist im Ganzen weniger reichan Baudenkmahlern des Mittelalters als andere Ge-genden Deutschlands, vorzüglich die Rheingegenden:das meiste findet sich aus den früheren Zeiten,wo die deutsche Baukunst noch nicht die reiche Füllehoher und blühender Gestalten entfaltet hatte; dahingehören die Klosterkirchen und Kreuzgange von K l o-sterneuburg, von Heiligen-Kreuz, vonZweite l, die alle Kirche von Mödling, die klei-nen runden Kapellen zu Mödling, Deutsch al-te »bürg, Petronell, die schöne Kirche zu Li-lien selb, welche den eigentlichen Übergang in dieschmuckvolle Bauart des i3. bis i5. Jahrhunderts inihren Formen darstellt.
Allein alles dieses steht weit hinter den alterthüm-lichen Kirchen der Hauptstadt zurück, deren Schilde-rung der Zweck dieses Aufsatzes ist.
Von den Bauwerken jenes früheren altchristli-chen Styles, dessen wir eben gedacht, hat Wien nureinige Proben an den ältesten Theilen der St. Ste-phanskirche und der Kirche St. Michael. Al-les Übrige gehört seiner jetzigen Form nach in die Zei-ten des spater herrschenden Styles. Diese Kirchen sind :der Neubau oder Haupttheil von St. Stephan,die Kirche Maria Stiegen, die KircheSt. Michael, jene der A ug ust in e r, der Mi-no r i t e n, das R u p r e ch t s k i r ch l e i n, die Kirche