55
zu St. Stephan.
sie sehen , sey von Rudolph gegründet undangefangen, wobey sie sich auf H a se lb a chs Zeug-niß stützen: nehmen andere die Rud olph inischeVergrößerung in so kleinem Sinne, daß er nichts alsdies Seitenschiffe des Chores, nebst den beyde» Thür-men gegründet hatte, nicht bedenkend, daß in diesemFalle Rudolph unter einem schon gebauten Chor ersteine prächtige unterirdische Gruft gegründet habenmüßte.
Wieder wollte man uns glauben machen, die gan-ze nördliche Wand der untern Kirche (vom Eingängebis zum Anfange des hohen Chores) sey lange vorAlbrecht II., ja vor i3>5 schon da gewesen. — Auchohne andern Beweis müßten uns schon die schönen, ho-hen und breiten, geschmückten Fenster vom Gegen-theile überzeugen, mehr noch die trefflichen Verzierun-gen derselben und der Wände und Pfeiler dazwischen,welche die Außenseite derselben Wand zeigt, und diemit dem Bau selbst zugleich entstanden seyn muffen.
Die Pfeiler des untern Theils sollen, der Annah-me der Meisten zufolge, A l b r e ch r s II. Werk seyn,die reichen Verzierungen, besonders die mehr als 100steinernen Bildsäulen daran aber ein späterer SchmuckR u d o l p h s. Und doch erscheint wieder beydes, Pfeilerund Sraruen, so aus einem Guße,daß man schwerjener Angabe Glauben beymißt. —
Fasten wir unsere Meinung über die Geschichtedes ganzen Baues kurz zusammen, so ergibt sich dar-aus folgendes Resultat:
Von Herzog Heinrichs Bau n56 ist zum
3 «