Das Innere der Kirche. 75
ten Pfeiler mit ihrem Schmucke, wie denn überhauptKirchen dieser Bauart bey gleicher Große immer gro-ßer zu erscheinen pflegen , als Kirchen die im irakischenSryle erbaut sind. Den untern Theil des Schiffes stü-tzen in zweyReihen zwölf hochemporstrebende Pfeiler,die es von den Abseiten trennen, welche mit demSchiffe gleiche Breite und fast dieselbe Hohe haben.Das ungeheure Gewölbe ist wie ein steinernes Netzvon Zweigen, die aus den zahlreichen schlanken, denKern der Pfeiler einschließenden, Stäben sich entfalten.Denn die »nitrieren, freystehenden Pfeiler zeigen einesehr durchdachte Struktur, in der Zahl und Ordnungder vier größeren und zivölf kleineren Stäbe, »velche»nieder durch viele andere kleinere Glieder, Hohlkeh-len und Kanten verbunden sind, und ein höchst man-nigfalriges aber zugleich geordnetes Bündel von dün-nen Baumstäininen darstellen, deren pflanzenartige Na-tur besonders noch durch die hohen und kunstreichenThurmdächer hervorgehoben »vird. Solcher Dächer sindsechs an fedein Pfeiler der z»vey Mittelreihen ange-bracht, drey nach innen und drey nach außen, »vovondas dritte immer mitten über den beyden untern steht.Es ist, als ob man blätterreiche Äste dicht an schlan-ken Bauinstämlnen sich hinaufranken sähe, unter de-ren Schatten die Heiligen stehen und auf die versam-melte Gemeinde herabblicken. Die Zahl dieser Stand-bilder beläuft sich »vohl gegen hundert; und darinübertrifft der Do»n die meisten andern größerenKirchen jener Zeit. Doch sind diese Statuen, wieschon bemerkt wurde, als untergeordneter. Schmuck