Band 
II. Jahrgang. I. Band.
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Anhang.

geführt ward. Wirklich zeigt sich da, wo die Spitzeanfängt, im Risse ein Fenster, welches der Thurmnicht hat, und mehrere andere aus dem angeführtenGrunde leicht erklärbare Verschiedenheiten, deren ge-nauere Prüfung, von einem bewanderten Baumeisterangestellt, gewiß über diese ganze Sache erst das wah-re Licht verbreiten würde.

Aus dem Ges agten ergibt sich, daß der Riß, derseit den ältesten Zeiten in der Bauhütte bewahrt wird,wahrscheinlich der Riß des ältesten, unbekannten Thurm-baumeisters, oder,wie die Sage noch näher bestimmt,der Schmutzriß sey, der von den Bauleuten gebrauchtwurde; daß Pilgram beym Aufbau der Spitze inNebendingen von demselben abgewichen , daß endlich diemagistralischen Riffe zur Zeir Kaiser Maximilians i.von Gregor Häuser angefertigt worden seyen.

Und so ist der NahmeGeorg Häuser,"den der erste Baumeister des Thurines bloß einemargen Mißverständnisse verdankt, auf keme Weise, zurerren. Weder Haselbach nennt ihn, noch sonst eineandere bekannt gewordene österreichische Chronik. BeyLazius, Roo, Fugger tiefes Stillschweigen.Selbst einer der ersten von den spätern Beschreiberndes Domes, R eiff« n st u h l, der doch den Vollender

zugekommen waren. Der Wienerdom aber ist nächst jenen z,:Köln, Strastburg und Freyburg, einer der vorzüglichstenDeutschlands, und verdient dieselbe Sorgfalt, die jenen an-dern geschenkt wurde. Bey der unter uns erwachten Liebe fürd>e Kenntnis; der altdeutschen Baukunst dürfen wir wohl de»Wunsch nähren, es werde, sich unter den Hände» sachkundigerBaumeister ein Werk über den Dom bilden , in welchem ohneZweifel auch die Nachbilduug eiucS so schätzbaren Qciginalris-seS eine lehrreiche Stelle einnehmen würde.