Band 
II. Jahrgang. I. Band.
Seite
127
JPEG-Download
 

Anhang. 127

des Thurmes, Anton Pilgram kennt, schweigtgänzlich von dem Nahmen des ersten Baumeisters;deß-gleichen Fuhrmann. Wie Tilmez endlich jene Ver-wechslung veranlaßte, ist oben umständlich erzählt.

Noch bleibt ein Wort zu sagen über die mehr-mahls erwähnten Steinmetztafelil, oder Verzeichnisseder Baumeister und Sceinmetze, die seit den ältestenZeiten in Wien, nahmentlich am Baue von St. Ste-phan gearbeitet haben sollen. (Man sehe den Auszugder bedeutenderen Nahmen daraus, in dem Nachtrags-hefte der Geschichte , dem Urkundenbuchc, SeiteCCXLVI. ff.) Sie beginnen mir dem Jahre 710,und ihr geschichtlicher Werth ist für die älteste Zeit,bis etwa ins 14. Jahrhundert von sehr zweydeutigerArt, und auch von hier an darf ihnen nicht unbedingtGlauben beygemessen werden, da sie erst 1627 vonSimon Ungar erneuert und, wie eS scheint,später noch, 1641, von Hans H e r st 0 fe r abermahlseine Umänderung erlitten haben, wobey sowohl Jahr-zahlen als Nahmen nicht immer gut wegzukommenpflegen. Indessen verdienen sie doch bey schwankendenund zweifelhaften Nachrichten zu Rathe gezogen zuwerden. Man schien zur Vermuthung geneigt, daßder älteste Baumeister von K l 0 st e r n e u b u r g, denman Georg Häuser nannte, als ein Fremdlingnicht in das Verzeichniß aufgenommen worden. Alleinwer wagt zu entscheiden, ob er uns nicht unter einemder Nahmen, die zu Rudolphs Zeit (i 35 g i 566 )darin angeführt sind, verborgen, ob er nicht etwader Caspar von Neuburg sey, der unmittelbarnach Heinrich von Hessen und Christoph