54 D i e b armh. B rüd er in d«r L e o p ol d st. ic.
am 2i. May 1655, Hospital, Kirche und Kloster,mit allem Geräth, mit allen llrkunden verzehrte, sodaß kaum die Kranken und die, über die Kranken,sich selbst vergessenden menschenfreundlichen Pflegerderselben, mit genauer Noth gerettet wurden.
Schon 1676 ward das alce Hospital viel zu engeund der Grundstein zum heutigen gelegt. — In dergroßen Pest von 167g errangen diese Bruder unsterb-liches Verdienst um das, von der Zornesrurhe desHimmels schwer heimgesuchte Wien. — In der zwey-ten türkischen Belagerung von i 685 , in welcher auchihr Kloster eine Brandstätte und die Kirche von denTürken in einen Stall verwandelt wurde, flüchtetendie Bruder in die bedrängte Stadt, und waren wie-derum die ersten, die Kranken und Verwundeten zutrösten und zu heilen und zu lindern, wo nicht mehrzu helfen war.— Das sprechendste Zeugniß der dank-baren Rührung der Wiener war die schnelle Herstel-lung von Kirche und Kloster (1684—168g) und schon1691 feyerte der Hof in ihrer neuen Kirche die Hei-ligsprechung ihres Ordensstifters Johann von Gott.—In der letzten Pest zu Wien (lyr 5 ) wurden alleBruder ein Opser ihrer Pflicht, die im LeopoldstadtecLazarelh den Kranken beystanden.
Nicht zufrieden mir dieser unerschrockenen Selbst-aufopferung, waren die Bruder auch noch unermüdet,aus frommen Gaben ein eigenes Haus, zur Absonde-rung der Reconvalescenten von den Kranken zu grün-den und dieses Reconvalescentenhaus besteht seit 1768auf der Landstraße, bestehend aus einem Prior und