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II. Jahrgang. II. Band.
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Die b a rmh. Brüder in de rL eo pold st.rc. 53

Die barmherzigen Bruder in der <eopoldstadtund auf der Bandstraße.

Diese»/ um die leidende Menschheit so hochver-dienten, in den Tagen Carls V., durch den Portu-giesen Johann von Gott gestifteten Orden, dankenWien und Österreich dem Fürsten Carl Liechten-stein, der ihm i 6 o 5 das erste Kloster in Feldsbergeinräumte und ihn Rudolph dem II. für Wien em-pfahl. Wirklich berief ihn Mathias 1614 und seineCommiffäre Georg Freyherr von Teufel und Peter An-dreas von Crstemberg zum Freyenthurm, kauften denBrudern ein Haus im untern Werd neben WolfSinich, einer Seits an die Au, anderer SeitS indie Schmalzgaste stoßend. Es ist seltsam, daß Cle-rus und Bürgerschaft sich den barmherzigen Brüdernsehr abhold bewiesen und nur allein die Jesuiten^ihre Einführung, der öffentlichen Meinung zum Trotzedurchsetzten. Ferdinand II. fertigte den Stifcsbrief am2i. Sept. 1624. Zwey Jahre darauf, erwies ihnen derKaiser neue Wohlthaten, durch eine Abgabe von Salz,durch das Monopol des Eisverkaufes auf dem altenTabor, durch die Besoldung eines eigenen Hausarz-tes. So manches Vorurcheil, vom Auslande her,boshafterweise ivider die barmherzigen Bruder verbrei-tet, hatte nunmehr der edelsten Begeisterung für die-ses Institut unter den von jeher, den schonen Pflichtender Wohlthätigkeit so warm und freudig hingegebenenWienern Platz gemacht. Diese edle Wärme zeigte sichim schönsten Lichte, als eine nächtliche Feuersbrunst