24 Die Landstraße, die Weißgärber,
Ein eben auch nicht zur Milderung und Verfei-nerung der Sitten gehöriges öffentliches Vergnügen,gehörte den Weißgärbern an, nähmlich das 17.55 vonDefraine erbaute, wie wir aber in den GeschichtenWiens bereits bemerkten, 1796 abgebrannte und zeit-hernicht wieder hergestellte Amphitheater der Hetze.
Daß Leopold der Glorreiche, Vater des Vater-lands und sein im Leben hart angefochtener, nach demTode bitter beweinter Sohn Friedrich der Streitbare,um einen Jahrestag, Haus, Hofstätten und Wein-garten zu St. Pauls Kirchlein nach Erdberg geschenkt,ist eine glaubwürdige Sage. Aber in der sämmtlichenVorstädte zweymahligem Untergang, gingen auch dieUrschriften unter. — Ein reicher Bürger, Jakob derEchrer, der auch zur Erhaltung des Steges vor demStubenthore freygebig Geld verschafft, stiftete mitAnna seiner Ehemirthinn, eine Messe und ein ewigesLicht in dieser Capelle, mit einem Burgrecht auf demHafnerhause vor dem Schottenthor, den jeweiligenAmtmann in der S ch i f f st r a ß e als Vogt erkü-rend, mit dem Befugniß, die Stiftung, falls sie ver-letzt würde, auf einen andern Altar zu setzen. DiePriester zu Erdberg nennen sich bald Pfarrer, baldCapläne der Echrischen Messe. Stephan vom uraltenBürgergeschlechte der Chrigler vergabte i 353 seinenWeingarten bey St. Paul im tiefen Graben zur na-hen Kirche St. Paul in Erdberg auf einen Jahrtagund drey ewige Lichter unter seinem eigenen und sei-nes Oheims Friedrich des Gnawhartleins Jnsiegel.Wolf Puhler trat die Caplaney gerade das Jahr vor