Apo rar
äußerst strenges Leben, enthielt sich alles Weins und aller Fleischspei-sen, beobachtete mit pünktlicher Genauigkeit ein fünfjähriges Still-schweigen: er fand auch bald Anhänger, trat eine Reise nach Indienau, wo er rinn ungeheure Wunder gesehen zu haben vorgab, undnach seiner Rückkehr nach Ephesus und Smvrna that er Zeichenund Wunder, begab sich nach Griechenland, Rom. Spanien, Afrika rc.und machte überall großes Aufsehen, kam aber, als er nochmals nachMom ging, und einen Aufruhr wider Domitian zu erregen suchte, inLebensgefahr, und starb endlich, man weiß nicht wo, nach Einigenim gosten, nach Andern im rossten Lebensjahre. Viel Aufsehenhatte er durch seine angeblichen Wunder, durch Unsichtbarmachen,Geister citircn, Todte erwecken u. s. w., die noch durch seinen eifrig-sten Schüler und Anhänger, Damis, weit größer gemacht wurden,erregt. Auch halte er mehreres über Astrologie, Opfer. Orakel rc.geschrieben, wovon jedoch nichts als eine Anzahl Briefe übrig ist.Zndeffen ließ sich aus allem so viel schließen, daß seine Philosophiekeine andere als die Pythagoräische war; und da diese vorher immernur als Geheimniß behandelt und bloß den Eingeweihten mitgetheiltwurde, so gewann natürlich Apollo»ins, der sie populär machte,übrigens aber kein Betrüger, sondern nur ein ausgezeichneter Schwär-mer war, an Ansehen desto mehr.
Apvllosaal, so hieß eine in ihrer Art einzige Belustigungs-anstalt in Wien. Ein ungeheurer, einen Garten mit lebendige»Bäumen vorstellender Lanzsaal; ein anderer Saal, der einen Parkrm Kleinen nachahmte; ein Spiegelsaal mit einer Prachttreppe; zweisehr schöne Speisesale; fünf Speisezimmer; mehrere niedliche Kabi-nette zum Ausruhen; ein Nosengang; eine prächtige Konditorei wa-ren die Hauptbestandtbeile. Gegen 4000 Lampen und Wachskerzenmachten die Beleuchtung, üo Tonkünstler besetzten das Orchester,und 4000, manchmal bis gegen 6ooo Menschen beseelten das Ganze.Alles ging nach vier Jahren wie ein schöner Traum vorüber, bis errm Jahre 1812 aufs neue eröffnet wurde.
. Apologie, die, (a. d. Griech.) eine Vertheidigung seiner, oderemes Andern durch Worte; eine Schutzrede, Schutzschrift; daherApolvgist derjenige» der sich oder. Andre mit Worten vertheidigt,ein Schutzredner.
Apophrhegma, ein kurzgefaßter, geistvoller Sinn-, Krast-vnd Denkspruch.
Apoplcrie, die, (a. d. Griech.) der Schlägst«?.
Apvstasie (a. d. Griech.) heißt der Abfall, und besonders imtheologischen Sinne, der Abfall vom christlichen Glauben; daherauch ein Abtrünniger selbst Apostat« genannt wird.
" porreriori, s, s ^riori.
Apostolische Kammer wurde zu Rom dasjenige Departe-ment genannt, welches die päpstlichen Einkünfte verwaltete und deswelchem die ersten Stellen oft mit 100,000 Tblr. erkauft wurden.
Apostolischer König, Apostolisches Reich, so wirdder Konrg und das Königreich Ungarn von Stephan I., dem erstenKvmqe und christliche» Regenten dieses Königreichs, welcher dasEhristenthum darin fortpflanzte, genannt. Papst Silvester H.hat diesem Stephan I. die Krone nebst dem Kreuze zugesendet.Baher die Ungarische Krone Loron» S-nier» oder Xr>o»rolioa ge-nannt wurde.
Apostroph, der, (a. d. Griech.) ist ein Zeichen im Schrei-