Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
Seite
104
JPEG-Download
 

io4 Aqu

der Platte abschmelze. Auf diese Art entliehen zwischen jedem Ma-stirkörnchen unmerkltcheIwischenräume, aufweiche bernach das Schei-dewasser wirken muß. Bei der Arbeit selbst wird sodann wie bei derschwarzen Kunst verfahren, nur daß man bei dieser den Schaber, beijener den Pinsel braucht, und mir einem schwarzgcfärbten Deckfirnis,den das Scheidewasser nicht angreift, alle Lichtpartien deckt. Dashöchste Licht wird zuerst gedeckt, und dann die Platte geäzt, so langeals es für den schwächsten Ton der Schattenparticn ndtbig ist. Als-dann wird durch alle im Originale befindlichen Gradationen so langefortgefahren, bis am Ende nichts auf der ganzen Platte übrig bleibt,als die stärksten Scharten, welche man zuletzt äzt. Diese Manier istdie beste für historische und arcksttectonische Gegenstände, so wie hin-gegen bei Landschaften, wo derBaumschlag mehr Freiheit des Pinselserfordert, die zweite mit bessern: Erfolge gebraucht wird. Die Plattewir', wie beimRadircn, mir einem guten Aezgrunh überzogen, dannarbeitet man, mittelst des Pinsels, mit Spick- oder Lerpentin-Oelmit etwas Lampen-Ruß vermischt, auf die gegründete Platte, wieauf Papier. Dieses Oel erweicht den Aezgrund, welcher sich mit einerfeinen Leinwand abwischen läßt, worauf alle mit dem Pinsel gemach-ten Striche im Kupfer zum Vorscheine kommen. Hierauf wird diePlatte, wie bei der ersten Art, mit einem feinen Mastir übersiebt,angeschmolzen und dann geäzt. Dies Verfahren kann, je nachdem !im Original mehr oder weniger Tinten sind, mehrmal wiederholt wer- jden; durch eine glückliche und sinnreiche Vereinigung beider Arten läßtsich die schönste Harmonie in dieser Manier bis zu einem hoben Gradeder Ausführung erreichen und vorzüglich bei der Luft, wo oft großeFlächen von einer Tinte vorkommen, ist die erste neben dieser zweitenvon der besten Wirkung.

In Frankreich uns der Schweiz bedient man sich auch der Rou-lette hierzu, eines stählernen, auf seiner Oberfläche rauhen Rädchensoder vielmehr Mätzchens, mit mehreren Erhöhungen, welches, wennes auf der Platte hin und hcrgervllt wird, die Vertiefungen darinhervorbringt. Man bat sie von allen Graden der Größe und Feinheitoder Stärke in Hinsicht der Erhöhungen, um bald tiefer, bald flacherin die Platte zu drücken. Von Aeit zu Zeit nimmt man mit einemgewöhnlichen Schaber, das berausgegrabene Korn hinweg. Die Con-toure werden wie gewöhnlich hervorgeäzt.

Die Englischen Landschaften werden gewöhnlich auf folgende Artgearbeitet. Die Platte wird, wie bei der schwarzen Kunst, über und überrauh gemacht; die höchsten Lichter werden mit dem Schaber undGrab-stahl heraus gehoben und die Platte mit Scheidewasser geäzt, wel-ches mit einem Glaopinsel aufgetragen wird. >

Offenbar schickt sich die geäzte Manier besser zu den tiefstenSchatten und den großen Massen, die Roulette hingegen besser zu denHalb - und kleinen Schatten und den vorkommenden Schraffirungen-

Die Aqnatinta-Manier ist erst seit Kurzem in England undDeutschland aufgekommen, die Engländer aber besonders verzieren,seil Gilpin den Ton dazu angab, alle ihre Werke für die Kunstmit Kupferstichen in dieser Manier.

Aqua Loffana (Jtal.) ein heftiges Gift, das in Italien undvorzüglich in Neapel bereiter wird, und die Eigenschaft hat, daß esohne Schmerzen z» verursachen, die Kräfte des Körpers langsam ver-zehrt. Man kann fast die Stunde berechnen, wenn der Unglückliche, 'dem eS beigebracht worden ist, sterben soll. Es soll seinen Namen