Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
Seite
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Arzneikunde. Ihre Erfindung wird von den Alten mehrernPersonen zugeschrieben. Bei ven Aegyptiern soll sie vom Hermesoder Merkuriue, nach Andern von dem Aegyptischeu Könige Aviserfanden worden seyn. Die Griechen hingegen nennen den Apollooder dessen Sohn Arabus und den Centauren Cbirvn als ihreErfinder. Aeskulap lernte diese Kunst theils von seinem VaterApollo, theils von dem Chiron, der ihn erzog. So viel ist ge-wiß , daß man sckon in den ältesten Zeiten die Aegyptier für die Er-finder dieser Wissenschaft hielt, und daß dieselbe von den Erfahrun-gen, die man an den Kranken machte, ihren Anfang nahm. DieAegyptier sowohl als die Babylonier hatten die Gewohnheit, ihreKranken an öffentliche Platze und gangbare Straßen zu tragen, da-mit ihnen die Vorbeigehenden guten Rath ertheilen konnten. Warein Kranker gesund geworden, so mußte er das Mittel, welches ihmgeholfen hatte, den Priestern anzeigen, die dergleichen Rezepte zumferner» Gebräu» in den Tempeln aufbewahrten. Aus einer Mengesolcher Vorschriften zog Hippokrates in der Folae die ersten allge-meinen Grundsätze und Regeln über die Behandlung der Krankhei-ten. Manche Arzneimittel und Hcilungsarken lernten auch die Men-schen durch die Thiere kennen, s. Kräuterkunde. DerjenigeTheil der Arzneikünst, welcher zuerst bearbeitet wurde, war dieWundarzneikunst, für deren Erfinder die Alten den Cbirvn hielten.Deicr gab dem Aeskulap darin Unterricht, von dem man er-zählt, daß er der erste sey, der die Wunden verbunden habe. Diegerichtliche Arzneikunst nahm erst seit 1532, nachdem Kaiser KarlV-die peinliche Hals-Gerichts-Ordnung gegeben hatte, ihren Anfang,und von dieser Zeit an wurden die Aerzte Beistande der Gerichte.

As, Musik, Name der neunten Stufe der diatonisch-chromati-schen Tonleiter, in nn sie zu k die kleine Terz macht; ist sie die großeTerz zu -, oder die Quinte zu ei«, so wird sie gi- genannt; clue.

moli.

As, i) ein Apothekerpfund 12 Unzen oder 24 Loth; r) ein Du-katengewicht, so schwer als der 70. Theil eines Dukatens; z) dasDaus in der Französischen Karte. Bei den Römern war es aucheine kleine Münze.

Asbest, der, eure besondere Steinart, mehrentheils von grün-licher Farbe, welche sich in Faden wie Flachs theilen läßt und ünver-breuulich ist. Wird auch Amiantstein, Steinflachs genannt.

Ascanius. Sohn des Aeneas und der Creusa, wurde bei derEinnahme von Troja (s. die Art. Aeneas und Troja) aus derbrennenden Stadt als kleiner Knabe von seinem Vater, der ihn an derHand und den Anchises auf den Schultern hatte, fortgeführt. Sielangten endlich nach vielen Zügen in Italien an, gründeten hier einneues Reich, wo denn, nach des Aeneas Tode, Ascanius diesem alsRegent nachfolgte. Da aber Lavinia, die zweite Gemahlin desAeneas, erst nach dieses Tode von einem Sobne entbunden wurde, undmit diesem Kinde, aus Furcht vor Ascanius, entfloh, so ließ Ascaniussie zurückholen und gab ihr, um ihren Verdacht ganz zu widerlegen,das väterliche Reich, entfernte sich mit seinen Anhängern und legtedarauf die Stadt Albalvnga an, wo er ein neues Reich gründete,das aber nach seinem Tode mit dem lateinischen vereiniget wurde.

Ascendenten (a. d. Lat.) heißen die Verwandten in aufster»-ender Linie, als; die Aeltern, Großältern «. s. w.