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der Sammelplatz der angesehensten, geistvollsten und tugendhafteste»Personen Griechenlands, und Sokcares besuchte sie oft, den man selbstbeschuldigt, daß er eine leidenschaftliche Liebe zu ihr gefühlt habe.Dem Perikles, diesem großen Manne, der es verstund auf einmalBürger und König einer Republik zu seyn, wußte sie die reinste unddauerhafteste Liebe einzuflößen. Man nannte ihn den Olympische»Jupiter und seine Begleiterin Aspasia die Juno. Perikles trennte sichvon seiner Gemahlin, um die Aspasia zu heurathen, und Plutarch er-zählt, daß er stets für sie die größte ehliche Zärtlichkeit besaß, und ei»solches Gefühl sollte dieß eine niedrige und verdorbne Frau cinfiöffenkönne» ? Man beschuldigt sie, daß sie zwei Kriege veranlaßt habe; deneinen zwischen den Atheniensern und Sauriern, wegen Milet ihremVarerlaude; den andern zwischen den Atheniensern und Lacedämonieru,wegen Megara. Plutarch rechtfertigt sie wegen dieses Unrechts undLhucydides nennt ihren Namen nicht, ob er gleich mit den kleinste»Nebenumständen die Ursachen des langen Peloponuesischen Kriegs er-^ zählt. Nur Aristophanes führt sie als Ursache derselben an, der aberalle angriff, die in Athen Aufsehen erregten, und dessen Schauspielenicht allein durch sein glänzendes Genie, sondern auch durch die Frechheitund Kühnheit seines KarakterS, den so großen Beifall erhielten. DaSAcheniensische Volk, das gegen den Perikles aufgebracht war, und ib»nicht anzugreifen wagte, verfolgte die, die seine besondere Neigung,
. Achtung und Liebe genossen und verklagte den Anaragoras, PhidiaSund die Aspasia wegen Verachtung der Götter. Perikles vermochteweder den Anaragoras noch den Phidias von dem Erii zu retten; abermitten im Areopagns vergoß er Thräne«, als er die Aspasia verthei-digte. Das Gefühl, das sich uns mittheilt, wenn wir ein starkes Ge-müth von einer so rührenden Empfindung ergriffen sehen, entwaffnetedie Richter. Perikles starb im dritten Jahre des Peloponnesischc»Kriegs, und man sagt, daß Aspasia, die Freundin des SokrateS, dieGefährtin des Perikles, der Gegenstand der Huldigungen des Alcibia-des, nachher ihre Gunst einem unbekannten gemeinen Manne Lysiklesschenkte, der aber bald von ihrem Geiste durchdrungen worden sei undin kurzer Zeit einen großen Einfluß in Athen erlangt habe. Ma»kann behaupten, daß Aspasia Einfluß auf die ganze Ration lhattc,denn in ihrer Gesellschaft wurden die gebildet, die das Ruder desStaats führten. Ihr Name wurde so berühmt, daß der junge Eyrusseiner Geliebten Milto diesen Namen annehmen ließ, um dadurch den^ Eindruck zu schildern, den ihre Reitze und Anmuth auf ihn machten:
- den» dieser Name bezeichnete die liebenswürdigste der Frauen, wie
Alexander den größten der Heiden.
Aspekten, die, (a. d. Lat.) heißen in der Astrologie der Stand,welchen ein Planet gegen den andern im Tbierkreise bat. Daher kommtdenn auch figürlich der Ausdruck: gute oder böse Aspekten, d. h.Anscheine, aus denen sich Gutes oder Böses vorhersagen laßt-
Asphalt (Griech.) Erdpcch, Bergharz, ein dunkelbraunes,glänzendes, sprödes Harz, wird häufig in Palästina am kotzten Meergefunden und daher auch Judenxcch genannt.
Asphyrie (Griech.) der Stillstand, die Stockung des Pulses;daher auch: der Scheintod.
. Assa fvtida (Teufelsdreck, stinkender Asand) istein gummlchres Harz, welches aus den Wurzeln des Steckenkrauts("»er bloß in Persien wachsenden Pflanze) erhalten wird, indem esaus den bloß liegenden Wurzeln, welche man oben quer durchschritt-