Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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sel Lobau. Um diesen Rückzug zu decke», war die Behauptung desDorfes Eßling nothwendig. Die Frauzosen hallen schon bei ihremUebergaug über die Donau und besonders i» der Nacht nach der erstenSchlacht darauf Rücksicht genommen. Das ganze Dorf war mir Gra-ben und Erdaufwurfen verschanz! worden. Die Mauern der abge-brannten Häuser waren mir Schußscharten, versehen. Der drei Stock-werk hohe Speicher des Orts konnre wegen seiner soliden Bauart vonInnen mrt Geschütz und Mannschaft wohl versehen werden; selbst dasDach wurde mit Schußscharten durchbrochen und zur Vertheidigungeingerichtet. Bon aussen war dieser Speicher mit Erdschanzen umge-ben und stellte gleichsam dieEitadelle von Eßling vor. Die vierte uudfünfte Österreichische Kolonne war schon vom frühen Morgen an mitdem Französischen rechten Flügel bei Eßling im Treffen begriffen,welches bis gegen Mittag dauerte. Um zwölf Uhr wurde ein Sturmauf Eßling und auf den Speicher unternommen, wozu die Grenadier-reserve verwendet wurde, welche die von der langen blutigen 'Arbeiterschöpften Bataillone abgelöst harre. Die üesterrcicher machte» fünfAngriffe mrt der größten Heftigkeit, aber alle Anstrengung war verge-bens gewesen, denn die Franzosen setzten alles daran, einen Posten zubehaupten, der, wenn er wäre verloren worden, die Ingrnndnchtnngder ganzen Französischen Armee hatte zur Folge haben können. Unterdem Schutz von Eßling und gedeckt von einer kleinen Brückenschanzeam linke» Ufer zog die Französische Armee über die unversbrt geblie- .beue Brücke des schmale» Donauarmes in die Lobau. Die Schlachthatte an diesem zweiten Tage i; Stunden gedauert.

In dieser zweitägigen Schlacht wurde beinahe alles erschöpft, wasder Angriff und die Vertheidigung furchtbares haben. Infanterie uudKavallerie hatten sich wechselseitig gegen einander mit Flinten, Bajo-netten und Säbeln gemessen. Ganz vorzüglich ausgezeichnet war das jArtillerieftuer. Nach dem Französischen Berichte sollen allein vonOestcrreichischer Seite über 40,0c« und nach. einer OesrerreichischenNachricht gar zi,ooo Kanonen - und Kartätschenschüsse geschehen seyn.Der Verlust an Todten und Verwundeten war außerordentlich großund wenn man den gewöhnlichen Angaben trauen darf, soll er sich vonbeiden Seiten zusammen über 60,000 Mann belaufen haben. Gefan-gene wurden nur sehr wenige gemacht, denn von beiden Seiten galtder Wahlspruch: „Entweder siegen ober sterben!" Es standen in dieserSchlacht die zwei größten Feldherrn, Napoleon und Karl einan-der gegenüber, beide durch vielfältige Siege berühmt. Die Schlacht ^von Asparn wird ein unsterbliches Denkmal in den OesterreichischenKriegsannalen bleiben!

Aspasia, war zu Milet in Jonien geboren uud die Tochterdes Ariochus. Von ihr hatte eine andere Schönheit aus JonienThargelia das Beispiel der sonderbaren Vereinigung der politischenund wissenschaftlichen Talente mit aller Anmuth ihres Geschlechts ge-geben, uud diese scheint Aspasia sich zum Muster genommen zu haben.

In Aküen waren fremde Frauen gleichsam geächtet, denn ihre Kinder,wenn sie auch in der Ehe gezeugt waren, wurden nicht als rechtmäßigebetrachtet, und diese Lage trug vielleicht dazu bei, daß man sie in dieReihe der Buhlerinnen gestellt hat. Aspasia beschäftigte sich mit Po-litik und der Beredsamkeit, die mächtigste Waffe der Freistaaten.Plato gedenkt einer sehr schönen Rede, die Aspasia zum Lobe der betLochäum gebliebenen Atüenienser hielt, und man behauptet, daß sieden Pcrikles in der Beredsamkeit unterrichtet habe. Ihr Haus war

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