158 Aug
schon Rußland und Schweden unterhandelte, brachte Uneinigkeit un-ter die Verbündeten: Peter war auf dem Punkte sich! mit Karl» zuvereinig n, »m August vom Throne zu entfernen und ihn StaniSlauszurückzugeben. — Der Tod von Karl 1718 machte diesen Intriguenein Ende und August schloß nun mit Schwedcn Friede. _ Wir habenschon erwähnt, daß es Augusts geheime Absicht war, sich iu Po.enganz unabhängig zu machen, und seine Gewalt unumschränkt. TueSächsischen Truppen, die im Lande zerstreut herum lagen, schienenihm dazu nützlich seyn zu könne». Allein es bildete sich bald eineGonfüderation, an deren Spitze Ledekuski, ein gemeiner Edelmann,stand. — Die Sachsen sahen sich auf allen Punkten einzeln angegrif-fen und wurden vernichtet. — August erflehte Peters Vermittelung,und 1717 wurde der Friede zwischen ihm und der Republik geschlos-sen. Die Sächsischen Truppen verließen das Königreich, und AugustVerzicht leistend auf die Idee, die Nation durch Gewalt zu unterjo-chen, sagt ein berühmter Geschichtschreiber, suchte von jetzt an, sei-nen Zweck durch andere Mittel zu erreichen. — Er gab «ichganz der Weichlichkeit und dem Wohlleben bin. — Als einenihn ganz charakterisirendeu Zug führen wir hier an, daß er sei»schönstes Dragoner-Negmient gegen zwölf porzelainene Vasen anFriedrich Wilhelm König von Preußen — einen dazu so gefähr-lichen Nachbar — verkaufte. — Sein Hof war der glänzendste undkulriv rteste in Europa. Die Polen, deren Sitten sich ohnehin zurAusschweifung hinneigten, ergaben sich nur zu sehr dem gefährliche»Beispiele ihres Königs, und wenn die erste» NegierungSjabre dessel-ben durch große Slaarsbewegungen sich auszeichneten, so thaten dieletzten, es — durch gränzenlosen LuruS und Srttenverderb. — Manliefet »och jetzt mit Erstannen die Beschreibung der von ihm gegebne«Feste.
August wurde indessen von seinen Unterthanen sehr geliebt, under behauptete mit Würde seinen Rang unter den Europäischen Mäch-ten. Er verband in seinem Ebarakrer großmüthige Gesinnungen mitdespotischen Gewohnheiten, den Geschmack an Vergnügungen mit denSorgen des Ehrgeizes. und die Unruhe kriegerischer Neigungen mitder Weichlichkeit eines wollüstigen Lebens. — Der Tod überraschteihn endlich mitten unter seine» Festen und Entwürfen. Als er nachWarschau zu einem Reichstage reiscte, kam der Brand an eine kleineWunde, die er am Knie hatte, und er starb dort am i. Febr. 1733.—Seine Gemahl-n, Ehrt st ineEberha rinne, Tochter des Marg-grafen von Brandenburg, Culmbach — die lutherisch geblieben wak— hinterließ ihm einen einzigen Sohn Friedrich August (siehed. folgenden Artikel) dagegen hatte er von seinen zahlreichen Mai-treffen eine große Anzahl Kinder. — Die Gräfin von Königsmarkhatte ihm den berühmten Moriz von Sachsen geboren. (S. d.Arr.)
August lll. (Friedrich) Kurfürst von Sachsen und König vonPolen, Tobn August II. wurde 1676 geboren und folgre seinemVater im Jahre 1755 als Kurfürst von Sachsen. Gegen Ende des-selben Jahres vrrsucvte Ludwig NV. StaniSlaus LeczinSki,dessen Tochter er geheirathet hatte, auf den Polnischen Thron zn brin-gen, aber Frankreich war zu entfernt, um zur kräftigen Unterstützungder Wahl Truppen genug nach Polen schaffen zu können. — Ei"Theil des Polnischen Adels trennte sich vom Wahltage, und unter-stützt von einer Russischen Armee wurde also August IN. als Königgewählt. Indessen wurde A n g n st doch erst 173 s tu dem WarschauerFriedenskongreß allgemein als König anerkannt. — Obgleich ohne