i68 Azz
nales in Atragonieu. Er zeigte schon früh einen lebhaften Hang zuden Künsten und Wissenschaften, und dieser Hang verstärkte sichdurch seine Verbindung mit dem berühmten Maler Mengs, der indie Dienste des Königs von Spanien getreten war. Azzara betratbei guter Zejpdie diplomatische Laufbahn, ward nach Rom unter demPapste Klemens Xill. als Agent in Angelegenheiten der Kirchedei der Dataria geschickt, und zeichnete sich in diesem Posten durch-seinen angenehmen Umgang und seine liefe Geschäflskennniß lehrvortbeilhaft aus; wurde darauf bei der Spanischen Gesandtschaft an-gestellt und behauptete fortwährend einen großen Einfluß auf diewichtigsten Verhandlungen seines Hofes bei dem päpstlichen Stuhle.i?yü wurde er dem Eroberer Italiens entgegengesandt^ seine Gnadezu Gunstens Roms zu erstehen. Bonaparte wußte ihn sogleich zuwürdigen, und von dieser ersten Ausammenkunsr schreibt sich der tiefeEindruck her, den auf Azzar a der Man» machte, der von diesemZeitpunkte an der stete Gegenstand seiner Bewunderung gewesen ist.Damals war es auch. als sich eine genaue und innige Verbindungzwischen ihm und Joseph Bonaparte bildete. Azzara ur-theilte über seinen Freund, daß sein Scharfblick und schneller Fas-sunqsgejst Frankreich bald in ihm einen der geschicktesten und glücklich-sten Staatsmänner geben würde. Kur; darauf ward er in einem di-plomatischen Charakter nach Paris geschickt, wo ihn die Annehmlich-keit der Gesellschaft und die Aufnahme, die man ihm schenkte, fürDen Verlust feiner alten Freunde. einer schönen Bibliothek und einerreichrn Gemälde- und Antiken-Sammlung entschädigen mußte.Seine Sendung in Frankreich bestand in einem wechselnden Steigenund Fallen - seiner Gunst am Spanischen Hofe. Er ward zurückbe-rufen, nach Barzcllona verwiesen, wieder in dem Charakter einesBotschafters nach Paris geschickt und von neuem dieses wichtigen Po-stens beraubt. Seine Gesundheit, die schon sehr gelitten, konntediese mehrmaligen politischen Stöße nickt ertragen. Sein Plan, ua-Italien zu gehen, in der Hoffnung, daselbst ganz den Wissenschaftenund Künsten zu leben, ward vereitelt; eine schwere Krankheit ergriffihn, er fühlte seine Kräfte schwinden, und sagte den Abend vor sei-nem Tode zu seinem Bruder: „Nur ein Schritt, und meinUe-bergang von hier nach dem Jenseits ist geschehen,und dieß,wird jetzt seyn!" Den Tag darauf, am 26. Januar1804, starb er. Er hinterließ ein ansehnliches Vermögen, nicht a»liegenden Gütern, aber an Kapitalien, Meublen, Gemälden, Bü-sten, geschnittenen Steinen u.s. w. Seine Erben waren eine Schwe-ster und zwei Brüder, deren einer, Felix von Azzara, in Paris7802 ein sehr gelehrtes Wer? über hie Thiere in Paraguay heraus-gab, wo er sich über 20 Jahre aufgehalten hatte. Der Ritter Az-zara beschäftigte sich viel mit den Wissenschaften und Künsten,uud schrieb seine Sprache gefällig und kraftvoll. Man verdankt ihmeine Uebersetzung von Middletons Leben Ciceros und von einige»Bruchstücken des Plinius und Seneka.
Zu Ende dieses Bandes folgen noch aus dem Buchstaben A. eine An-zahl Artikel, besonders aus der Naturlehrs, Anthropologie und. Naturge-schichte, die von dem Bearbeiter dieser Fächer zu spät eingeliefert wurden,um in die Folgenreihe kennen eingeschalter zu werden. Für die folgende»Buchstabe» wird diese Jnkonvenienz vermieden werden.