Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
Seite
177
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Bad Bae 177

Wien, das die Türken belagerten. Der Herzog von Lothringen undder König von Polen, Sobieski, kamen dieser Hauptstadt zu Hülfe,und es gelang ihm, durch einen tapfern Ausfall sich mit diesen zuvereinigen. Die Stadt wurde entsetzt, die Türken geschlagen, die inUnordnung sich zurückzogen , und Ludwig errang mehrere Vortheileüber sie. Da ein neuer Krieg zwischen Frankreich und Oestreich ent-stand . so behielt er das Kommando an der Donau. schlug die Türkenden 24. September iü89 bei Nissa und den 19. August 1691 beiSalenkemen. Im I. 169z wurde er nach Schwaben gerufen«um die Fortschritte der Franzosen zu hemmen; er nahm Heidelbergwieder, und ging nach England, um sich mit dem König Wilhelmwegen der Äriegsoperakionen gegen Frankreich zu vereinigen. Ereröffnete den Feldzug im Frühjahre 1694, fiel in den Elsaß ein,täuschte die Wachsamkeit des Herzogs von Lorges, und bewies diegrößte Thätigkeit, ungeachtet er sehr heftig an der Gicht litt. D«durch den Tod des Königs Sobieski im I- 1697 der PolnischeThron erledigt war, so bewarb er sich um diese Krone; aber der Kur-fürst von Sachsen, Friedrich August ik., trug den Preis davon,und der Markgraf begab sich nach dem Frieden von Rvswik in seinLand zurück. Der Spanische Successionskrieg ließ ihn nicht lange inRuhe, er erschien an der Spitze einer kaiserlichen Armee, und nahm,ungeachtet des tapfersten Widerstandes, Landau weg. Im I.170zbewies er sein bewuudcrungswerthes Talent in der Befifiigungs-kunst, und legte die berühmten Lunen von Stollhofen an, die sichvon dem Schwarzwalde durch Bühl bis Stollhofen an den Rheinausdehnen. Indessen war ihm doch dieser Krieg weniger günstig,denn er wurde bei Friedlingen und Höckstädt geschlagen. Da er 26Feldzüge gemacht, 2z Belagerungen geleitet und iz Schlachten gelie-fert hatte, starb er zu Rastadt den 4. Jan. 1707. Er hinterließ seinLand, das sehr durch den Krieg gelitten harte, seinem noch minder-jährigen Sohns Ludwig Georg 1. und unter der Vormundschaftfeiner Mutter Franziska Sibylla Auguste, die Tochrer des letztenHerzogs von Sachsen-Lauenburg, blühte die Markgrafschaft Badenwieder auf.

Bäder — natürliche warme. — Deutschland ist mit ihnen reich-lich versehen. Das berühmteste ist das Karlsbad, welches schon seitdem z. Jahrhundert bekannt ist. Seine Hitze steigt'auf 59 GradReaumür, und man kann darin Federvieh abbrühen und Eier hartsieden. Die meisten in das Wasser dieses heißen Quells gelegtenSachen. Fleisch ausgenommen, werden in kurzer Zeit mit einerSteinkruste überzogen. Sehr wahrscheinlich rührt die Hitze von ent-zündeten Schwefelkiesen her. Dergleichen Kiese findet man in derNähe, z. B. bei Alt-Sattel; da entzündete Kiese jedoch schwerlichso viele Jahrhunderte hindurch wirken können, so mögen auch wohlentzündete Steinkohlen - Flötze hinzukommen. Andere berühmte warmeBader sind das Tövlitzer in Böhmen; die Aachner im FranzösischenDepartement der Rhur; das Nenlidor>er bei Hannover; das Hirsch-ierger in Schlesien. — Die Aachner sind so heiß, daß sie 12 biS18 Stunden stehen müssen» ehe man sie gebrauchen kann, ja einigeQuellen haben den Grad der Sicdhitze.

Bad ine, dünner Spazierstock von Bambusrohr, mit einemgoldenen oder elfenbeinernen Knopf.

Baert, Jean, geboren zu Dünkirchen 1651, der Sohn einesgememen Fischers, verbreitete durch seine muthigcn und tapfern Lha-Lonv.Lcx. Erster Band. M