Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
Seite
182
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iFs Baj Bal

Um seine Fortschritte zu hemmen und Constantinopel zu retten, brachteKönig Sigismund von Ungarn (nachmaliger deutscher Kaiser) einegrosse Armee zusammen, und griff die an der Donau gelegene SradtNicopoli in der Bulgarei an, zu deren Entsatz Baiazt herbeieilte.Er errang über die verbundenen Polen, Ungarn und Franzosen einenentscheidenden Sieg im Jahr izyz. Der König Sigismund entgingdittch eine schleunige Flucht und Verkleidung der Gefangenschaft, undrettete sein Leben; der Kern des französischen Adels blieb auf demSÄl-ichtfelde, oder war genöthigt, sich dem Sieger zu ergeben und derfurchtvare Name des Bajazer schreckte die entferntesten Völker desOrients. Er schände e seinen Sieg durch Grausamkeiten gegen dieGelangen n. Denn alle wurden getödtet, die sich weigerten zur ma-hometanischen Religion überzutreten, oder kein reiches Lösegeld ver»svrachen. Die Einnahme von Constantinopel mangelte allein noch demRuhme seiner Waffen, ob er gleich den Griechen Tribut auslegte, undibren Kaisern Gesetze vorschrieb. Doch hatte er vielleicht dieses Werkvollendet, hätte ilm nicht der Angriff eines furchtbaren Feindes darangebind-n. Tamerlan halte stich zum Herrn eine« großen Theilsvon Asien gemacht, und er, der keinen Nebenbuhler duldete, wendetedie Waffen gegen Bajazet. Hieraus entsprang ein blutiger Krieg,und bciAncyra in Galatin am iü. Juni 1422 traten beide Heerezusammen, die aus einer Million Streitern bestanden. Sie fochtenmir gleicher Tapferkeit und Erbitterung und das Menschenblut stoßdrei Tage und zwei Nachte. Zwei hundertund vierzig tau-send Menschen blieben auf dem Schlachtfelds, aber das Glück ent-schied für Tamerlan und Vajazet wurde besiegt, gefangen undsein Srolz besonders dadurch gcdemüthigt, daß er nicht einmal detGroßmuth des Siegers eingehen konnte. Tamerlan gab ihm seineFrau, seinen Sohn wieder und hatte ihm selbst versvrochen in seineLänder w'eder einzusetzen, allein da Bajazet den Versuch gemachtharre zu entfliehen, so wurde er harter behandelt, auf den Zügen ge-fangen dernmgekuhrt, und zur Verschönerung des Driumplszugcs sei-nes Besiegere in Samarcand aufgespart. Dieser Schmach entgingBajazet durch einen Gchlaafluß, der ihn am y. Mai 140z zuAkscheber (Anriockien in Pistdien) traf.

Bajazzo, der Pickelhering oder Spasmachcr bei den Kunstrei-tern , Seiltänzern und andern ähnlichen umherziehenden Gesellschaf-ten, der die Zuschauer durch allerlei Späße unterhalten muß. V»udem Italiänischen L-ja» Spaß, Scherz, und S-jae-is, ein einfälti-ger Spaß.

Balaniten (Griech.) versteinerte Seeeicheln, d. i. eichelähnli-che, vi.ltchaligc Seemuschelthicre.

Balbek, eine alte Stadt in der Asiatischen Türkei, die alteHeliopolis in Cdl svrisn; sie liegt am Berge Libanon, fünfzehnoder sechzehn Französische Meilen von Damascus. Sie hat dieschönsten Alrertdümer in sich, die man nur im Morgcnlande antref-fen kann. Vorzüglich merkwürdig sind der große Palast und derTempel, der fast noch ganz «stund diesen an Pracht übertrifft; dochgibt eS noch mehrere Tempel daselbst. Nach einem dieser Tempel istdie Pauiskirche in Coventgarden in London gebaut. In der Mittedieses Jahrhunderts reisten Engländer dahin, welche zu London i 75 ?die merkwü>d:g,n Ruinen der dastgen Kunstwerke Herausgaben. Da-mals harte Balbek gegen zvoo Einwohner, unrer denen sich auchChriste» »nd Juden befanden, und stand unter einem Aga, welche