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braucht. Bei seinem Hingange auf das Schaffet erduldete der edleGreis noch alle Mißhandlungen des empörten Volks und alle Be-schwerden der rauben Jahreszeit, doch ertrug er alles mit der wah-ren Ruhe eines Weisen.
Baizen, in der Jägersprache heißt Vogel und andere Thieremit abgerichteten Raubvogel», z. D. Falken, Sperbern, jagen undfangen. Die Hunde, die dabei zum Aufjage» gebraucht werden, hers-sen Baizhuude.
Bajadere, die; Bajaderen heißen in Ostindien junge Mädchenvon zehn bis siebzehn Jahren, die tanzen, singen und kleine Schau-spiele aufführen lernen. Sie stehe» unter der Aufsicht einer Matrone,die in allen weiblichen Künsten und namentlich in der Kunst zu ge-fallen erfahren ist. Diese wählt sich aus den niedrigsten Vvlksklaffendie schönsten Mädchen, in einem Alter von sieben bis acht Jahren,aus, läßt sie znr Erhaltung ihrer Bildung inokuliren, und führt siedann zu den Kenntnissen und körperlichen Fertigkeiten ihres nachherr-gen Standes an, dessen Zweck und Bemühung auf nichts anders ge-richtet ist, als den Reichen und Vornehmen des Landes Unterhaltungund sinnliches Vergnügen zu verschaffen. Die Bajaderen sind nach undnach so zum Gegenstand des Lurus geworden, daß sie bei den gering-sten Festen erscheinen, um die Gesellschaft durch ihre Künste zu vergnü-gen. Hat einer von den Anwesenden Lust, die Talente einer vondiesen Bajaderen naher kennen zu lernen, so kostet es ihm gewöhnlichnur einen Wink. Für ein Mädchen der besten Art erhält die Matrone,der sie angehört, für die Unterhaltung eines Abends hundert Rupie»oder Gulden, eben so viel für eine Nacht, außer dem Geschenk, das dasMädchen bekommt; doch gibt es auch solche Tänzerinnen von gerin-gerer Ganung. Nach den, siebzehnten Jahre, wenn die ersten Recheverblüht sind, pflegen die Bajaderen sich in eine Pagode (Götzentempel)unter den Schutz der Bramme» zu begeben: doch nickt um, wie urEuropa, aus Buhlcrinnen alte Betschwestern zu werden; denn selbstbeim Dienst im Tempel setzen sie ihre vorige Lebensart fort; und wassie durch dieselbe gewinnen, gehört den Brammen, die ihnen erne»Aufenrhalt und Unterhalt geben. Uebrigens wird dieses Gewerbe mIndien für nichts weniger als unanständig gehalten.
Bajazer l., Sohn Amuraths k., wurde auf dem Schlachtfelds,wo sein Barer getödtet wurde, izyo als Kaiser begrüßt. Der uner-wartete und schnelle Tod hatte Amurath verhindert, seinen NachfolgerK> bestimmen, und der Bruder des Bajazet Jacub Ehelebt glaubtegleiche Rechte an das Reich zu habe». Bajazet, der seinen Bruder alsseinen ersten Unterthan ansabe, und i» diesem nur einen Rebellen er-blickte , ließ ihn morden. Die innern und auswärtigen Kriege riefe»stets den Sultan von einem Ende seines großen Reichs zum andern.Immer unter den Waffen durchstreifte er Europa und Asien, wie einBlitz, und man nannte ihn Bajazet Jldörim (Bajazet der Blitz). Dadie Türkischen Besitzungen jezt größtentbeiis noch außer Europa wa-reii, so suchte er, wie schon sein Vater, sich auch hier festzusetzen. Ereroberte in einigen Feldzügen einen großen Tbeil von Servier,, undmachte sich zum Herrn der ganzen Bulgarei. Ein Theil seiner Trup-pen machte Eroberungen in der Wallachei, in Albanien, Bosnien undSlavonien; ein anderer drang nach Griechenland bis in den Pelopon-nes vor. Er selbst schloß Constantinvpei ein, qlaubte es durch Hungerzur Uebergabe zu zwingen, und was erst ein halbes Jahrhundert spa-ter geschah, dem morgenläudischen Kaiserthum ein Ende zu machen.