Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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der Sitz des Landvoigts und Landhauptmanns, des Oderamts unddes Hofgerichtes des budissinischen Kreises. Es ist hier ein katholi-sches Stift, und die Hauptkirche gehört halb den Katholischen, halbden Evangelischen. — Die Stadt seihst, mit einem festen Schlosse,Ortenburg. ist mit sehensmürdigen Gebäuden, z. B. dem Rath-hause, Gymnasium, den beiden Landhäusern der Stände, dem Wai-sen- und Zuchthaus, nicdt minder guten Wasserkünsten und Spazier-gänger, versehen. Der Hanpthandel und das Haupkgewerbe ist diedaffge Leinwand, welche, besonders die zu Segeltuchen», nachHolland, Spanien, Portugal u. s. w. vertrieben wird, und manrechnet den jährlichen Betrag der Aussubr über einige 100,000 Tha-ler. Auch der Bauhner Strumpfhandel ist, wenu er gleich vor-mals noch weit stärker ging, dennoch auch jetzt noch, so wie die Luch-und Hutmauufakruren daselbst, nicht minder die Papierfabriken, sehrbeträchtlich. Uebrigens ist die ganze Gegend umher wendisch, so wiedenn an» zu Bautzen eine wendische Buchhandlung, und für die ganzewendische Nation eine wendische Buchdruckerei — die einzige iaDeutschland — befindlich ist. Die Landtage der Lausitz werden hierordentlich gehalten.

Bav, der verstümmelte Name eines alten Dichters Ba v.ius,der durch seine schlechten Gedichte bekannt war. Man bedient sichdes Wortes noch, um einen schirmten Dichter und unwissenden Men-schen zu bezeichn u.

Sag', was den Schutzpatron der Bav' in Harnisch bracht?

Kl. Schmidt.

— Die Raben,

Die zu GesangNur wenig GabenUn^ vielen DrangWie Bavus haben.

Tiedge.

Bavian (p»xie>). Nach Büffon und den mebresten Natur-forschern bezeichnet dieser Name eine Unterabteilung veS Affenge-schlechts überhaupt; es werden dazu alle diejenigen Affen gerechnet,die einen abgekürzten Schwanz haben. Blumeubacb aber machtein eigenes Geschlecht daraus. Die Thiere dieses Geschlechts sindunbändig stark und in einem vorzüglichen Grade wollüstig Sie be-gatten sich dessen ungeachtet in der Gefangenschaft nicht. Sie be-wohnen Afrika und nähren sich von Früchten und Blättern.

Bay, die, heißt in der Schifffahrtsprache ein kleiner Meerbu-sen, das ist ein Arm von der See, der sich zwischen zwei Erdreichenins Land hinein erstreckt, und b nten gleichsam einen Sack formirt.Won der Bucht unterscheidet sie sich darin, daß ihre Tiefe ins Land .hinein großer, im Eingänge sehr breit, und am Ende nach dem Landezu enger ist, dagegen jene eben so weit beim Eingänge, als nach hin- !ten zu, sich zeigt. >

Bayard (Pierre du Terroil Herr von) mit dem Beiname»der Ritter ohne Furcht und Tadel, ist vielleicht der einzigeHeld des Mittelalters, dessen Lebe» ohne Flecken war und den man !ohne Einschränkung loben kann. Er wurde 1476 im Schlosse Bayard,in dem Tbale Graisirandom» drei Meilen von Grenoble geivren, !und unter den Augen seines Oheims Georg Bayard, Bischofsvon Grenob-c erzogen. In einem Alter von dreizehn Jahren über-gab der Bischof Bayard, der zu den Waffen bestimmt war, dem