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bekannten Spielarten des Birnbaums an. Daß er dieß sey, scheintdaraus zu erhellen, daß die in Boden gesäetcn und ohne Kultur auf-wachsenden Stämme von dem Samen kultivirter Birnsorten größlen-tbeils wieder in den ursprünglichen rohen Zustand der Natur zurück-treten, kleine schlechte Früchte tragen und an ihren Zweigen Sta-cheln bekommen. Der wilde Birnbaum ist in den Europäischen Wal-dungen gemein; er nimmt mit jedem Boden vorlieb, erlangt einebeträchtliche Höhe und Stärke, und bildet überhaupt einen schöne«Baum, der aber sehr langsam wächst. Seine Früchte sind, wie be-kannt, klein und von saurem Geschmack. Das getbbräunliche undfast isabellenfarbige Holz ist sehr hart und vortrefflich zu Möbeln pes übertrifft an Güte das von kultivirten Birnbäumen bei weitem. —Dur» Säen in bessern Boden sind nach und nach aus diesem wil-den Baume, so wie durch öfteres Verpflanze», und insonderheitdurch Pfropfen und Okuliren desselben, alle die trefflichen und wohl-schmeckenden Birnsorten entstanden, deren Zahl man jetzt kaum zu be-stimmen weiß und die sich noch täglich durch Aussäen vermehren. DieKultur der Birnbäume beruht fast auf denselben Grundsätzen, wiedie des Apfelbaums. Sie verlangen einen warmen, gemischten, nichtzu feuchten Boden. Wenn die Jahreszeit feucht ist, so gerathen dieFrüchte gewöhnlich schlecht. Auf der Gestalt, Farbe und dem Ge-schmacke beruht nun hauptsächlich die große Mannigfaltigkeit derBirnsorten, deren man wenigstens 1.500 zahlt. In einem große«Theile von Europa wird die Kultur des Birnbaums stark betrieben;alle Gegenden taugen jedoch nicht dazu. In den nördlichen Ländern,wie in Deutschland, gedeihen die feinern Sorten schon nicht gut. AuSdem ausgepreßten Safte kaun auch durch Gährung ein vortrefflicherObstwein erhalten werden, der unter dem Namen Cider bekannt ist.Man brennt auch Branntwein aus Birne«. Der vielfältige sonstigeGebrauch ist bekannt.
Birvn (Armand Louis de GontautHerzog von), geb. den rz.April r 747, der Neffe und Erbe des Louis Antoiue Birvn, war bisins Jahr 1788 unter dem Namen Herzog von Lauzun bekannt. Mlteiner glänzenden Geburt und einem ansehnlichen Vermögen verei-ntste er eine angenehme Gestalt, einen durch Lektüre gebildeten Ver-stand, ein einnehmendes Betragen und eine unbegränzte Freigebig-keit. Mehrere Jahre lang durchreiste er England, Rußland und Po-len , und stürzte sich durch feine unmäßige Verschwendung in unge-heure Schulden. Dadurch sah er sich genöthigt, seine Güter zu ver-kaufen, und er nahm nun Antveil an dem Amerikanischen Kriege,gelangte aber ungeachtet seiner Tapferkeit und militärischen Einsich-ten nur zur Würde eines Obersten. Nach dem Tode des MarschallsBirvn, seines Oheims, nahm er den Titel eines Herzogs von Biro«an. Bei dem Ausbruche der Revolution war er bei der Partei desHerzogs von Orleans, trat au die Spitze einer republikanischen Ar-mee, kommaudirte an verschiedenen Orten, und zuletzt in der Ven-oee, richtete aber hier wenig aus. Eben da er im Mai »7-5 darauszurückberufen werden sollte, nahm er seinen Abschied. Allein erwurde gefangen gesetzt und zum Tode verurrheilt, weil er die Be-wohner der Venbee begünstigt, d. h. nicht besiegt habe. Am zr. De-cember 17YZ wurde das Tvdesuttheil vollzogen, und mit Starke undNeue soll er die Worte- ausgesprochen haben: Ich empfange eine ge-rechte Strafe, denn ich bin Gott. meinem König und meinem Na-