Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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die Pfähle der Seedämme eingenistet, und durchbohrten diese so, daßdie Dämme beinahe zusammengestürzt wären. Der angerichteteSchade betrug viele Millionen Gulden. Es wurden in allen Kirche»des ganzen Landes össcntliche Gebete deshalb angestellt. Alle ange-wandte Hülfe war vergeblich, und nur die Strenge der Witterungsetzte diesen Verwüstungen Gränzen, denn sie verloren sich noch indemselben Jahre. Betrachtet man ein Stück durchbohrtes Scdiffs-drct, so bemerkt man zwischen den Löchern selten darin einen Raumvon der Stärke des Schreibvapi rs; es läuft ein Gang neben demandern hin, und der Zusammenhang des Holzes beruht fast einzigauf der äußern Fläche des Brotes, in welcher sich nur kleine Locher besin- ^den. In allen diesen Lochern siebt man selten Holzmehl- — Die Eu-ropäischen Schiffe, welche aus Indischem Holz erbaut sind, leiden sovon diesen Würmern, daß sie sinken, wenn man sie nicht öfters mitKalk statt des Theers bestreicht. Auch Schiffe von EuropäischemHolze sind in Indien vor diesen Zerstörern nicht sicher, wenn maunicht Gegenmittel braucht. Die Dänischen Schiffe, welche nach In-dien und China bestimmt sind, werden unten mir einer Decke vontanncuen Brokern überzogen; zwischen denselben und dem Scbisssbs-den stopft man Tbierbaare so dicht als möglich ein, welches die Wür-mer abhält in den Kiel zu dringen. Man nennt dieses Verfahie»das Vehaudern des Schiffs. Es kostet einige tausend Thaler,und muß nach 5 Jahren wiederholt werden. Die Schalen der Bohr-würmer sind gleichsam in das Holz geleimt, und sitzen so fest, daßsie beim Zerspalten desselben fast alle in Stücke zerbrechen, daherman in Konchilienkabinetern selten eine ganze Bvhrwurmschale findet.

Bvileau von Despreaur (Nikolaus). Dieser berühmteFranzösische Dichter wurde zu Crone bei Paris im Jahre IÜZÜ gebo-ten. , Seine Jugend war sehr mühselig. Ein Indianischer Hab»verstümmelte ihn, wenn man dem Verfasser der Juries lieei-siie Glau-ben beiincffcn darf, so, daß er im 8. Jahre geschnitten werden !mußte. Da seine Mutter todt und sein Vater in Finanzgeschäfte jvertieft war, so war er einer alten Magd überlassen, die ihn sehr hart ,behandelte. Er trieb anfangs die Jurisprudenz, ward auch Parla-mcntsadvvkat, ging aber nachher zur scholastischen Theologie und oondieser zur Dichtkunst, seiner Lieblmgsneigung, über. Seine erstenSatyren erschienen im I. iüüü; sie wurden verschlungen. Auf dieWuth, in welche die jungen Schriftsteller, die er gegeißelt halte,darüber gcricthen, antwortete Boilean in seiner neunten Satpre, !nresche sein Meisterstück ist. Er erhielt die Erlaubniß, Ludwig XIV.einige Stellen aus seinem Turrin (das Pult, ein komisches Ge-dicht, zu welchem ihm ein Proceß zwischen den beiden voruehmstenGeistlichen einer Kirche zn Paris Gelegenheit gab, von denen deroberste dem zweiten zum Possen ein ungeheures Pult vor seine»Sitz wollte stellen lassen) vorzulesen, worüber ihm derselbe sehr vielSchmeichelhaftes sagte, ihm ein Jahrgcid von 2020 Livres aussetzte,und den Auftrag gab, mit Racine seine Geschichte zu schreiben. Erwurde in die Französische Akademie und in die Akademie der In-schriften aufgenommen. Er ist als Urheber der Kritik in »er Fran-zösischen Dichtkunst zu betrachten. Sein Lehrgedicht über die Dicht-kunst (l'ü,rt xoeriyus) verschaffte ihm das Ansehe» eines Gesetzge-bers des Parnasses. Ohne Zweifel besaß Voileau einen reinen, rich-tigen, treffenden, gedrängten, oft auch erhabenen Ausdruck; "»Ganzen genommen scheint aber doch das Urtheil vieler geistreichen