Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
Seite
329
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Boi Boj Z29

Antiker gegründet zu seyn, welche ihm eigentliches großes dichterischesGenie absprechen; er starb im Jahr 1711.

Bviserie, Lafelwerk, Getäfel, mit Bretern betäfelte Wand.

Bvißy d'Anglas, Fr. Anton ; eigentlich Parlamentsadoo-kat, wurde hauptsächlich bei den Unruhen, die am i. Prairial (20.Mai 1795) in Paris ausbrache«, berühmt. Der Konvent batte i»jener Periode nock mit dem Jakobinismus zu kämpfen, und sah sich indem Saale seiner Sitzungen von Unruhstiftern umlagert. Eine großeAnzahl Kvnventsdeputirten, welche ehedem zur Bergpartei gehört hat-ten, waren mir diesem Gesinde! einverstanden» und forderten es zumMord ihrer Kollegen auf. Schon war der Kops des RepräsentantenFerraud gefallen und an die Redncrbühne hingeschleudert worden.Boiß y war gerade Präsident; ein Kerl drang wüthend auf ihn los,und wollte ihn mir seinem Säbel ermorden; aber er behielt seine ge-wohnte Fassungskraft, und hatte den Muth, seinen Posten zu be-haupten, bis die Ruhe durch die Miliz wieder hergestellt wurde. Inher Folge machte er sich durch den Bericht berühmt, den er im Namender Kommission, welche zur Abfassung der Konstitution niedergesetztwar, im Konvente am 2z. Juni 1795 abstattete. Bvißy besaß allge-meines Zutrauen, und wurde deswegen wieder zum Mirgliede im Ra-the der Zoo gewählt. Aber in der Folge kam er in den Verdacht desheimlichen Royalismus; man argwohnte sogar, daß er ein geheimerAgent des sogenannten Ludwigs XVH. sey. Zwar machte er deshalbeine Vertheidigung bekannt, die aber bei Vergleichung mit seinemnachheriaen nachsichtigen Betragen gegen die Emigranten und eid-scheuen Priester doch den Verdacht, in den er gekommen war, nichtso ganz ablehnen konnte. Er wurde den 4. Sept. 1797 arretirt und! zur Deportation verurtheilt; doch wußte er zu entfliehen, worauf er! auch am 9. Novemb. 1799 wieder nach Frankreich zurückgerufen, im! März 1801 z»m Mitgliede des Tribunals erwählt, und in der Folge '^ (l8oz) Mitglied des Senats ward.

! «ois- rour. Wandelglas» Tümmler, ein Glas ohne Fuß,

! das man nicht aus der Hand setzen darf.

> Bojar, der; so hießen ehedem die geheimen Räthe der Czaare.j Jetzt ist die Benennung noch in der Walachei und Moldau gewvhn-! lich, und wird denjenigen, die Ehreustellen bekleiden, oft aber auch! überhaupt den Edelleuten beigelegt.

Boje (Heinr. Christian), geb. zu Meldorp in Holstein 1745,gest. 1 8 oü daselbst als Dänischer Etatsrath. Sowohl durch das, waser selbst als Dichter geleistet, als durch seine Beförderung unsererPoesie, hat er sich die gerechtesten Ansprüche auf unsern Dank erwor-ben. Rühmlich ging er den jungen Dichtern, die in dem siebentenJabrzehend des verflossenen Jahrhunderts zu Göttingen in einemschönen Bunde sich bildcren, mit Rath und Beispiel voran. Gemein-schaftlich mit Götter stiftete er den Göttingcr Musenalmanach(> 7 ?o), die erste Erscheinung dieser Art in Deutschland. Von 1771bis 1775 gab ihn Boje allein, von 1776 bis 1778 GLckingk, voni ?79 Bürger und von 1795 bis Igor K. Reinhard heraus.Wer erinnert sich nicht mit Freuden an jene Zeit des regsten Fort-streben- für die Ehre unserer Nation, durch Darstellung vollendeterWerke des Geschmacks in unserer Sprache. Mehrere der damalsaufblühenden Genies sind seitdem die Zierden und der Stolz des.Deutschen Parnasses geworden, und Boje hat die Blüthen ihresGeistes gepflegt. Nicht aber für die Poesie allein, auch sur anderwei-