Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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seine Wunden erlaubten, nach Paris, wo er mit vieler Achtung auf-genommen wurde, und sich wahrend seines dortigen Aufenthaltes 1717mit einem Französischen Fräulein vermählte; allein er verließ seinejunge Gemahlin sehr bald und sah sie nie wieder, ob er ihr gleich einenstandesmäßigen Unterhalt aus seinen Einkünften anwies, und stetenBriefwechsel mir ihr unterhielt. Er ging jetzt mit E u g e 11 wiedernach Ungarn und erhielt nach der Schlacht bei Belgrad und dcrUebcr-gabe der Festung an der hier gemachten reichen Beute zu seinem An-theil auf 50,000 Thaler. Nach Abschluß des Friedens von Passaro-witz (am 2i. Juli 1718) erhielt Bonneval die Stelle eines Hof-kriegsraths in Wien; allein Leichtsinn, Sinnlichkeit, Hang zu Spöt-tereien und die herausgenommene Freiheit, sich in Eugens häusli-che Angelegenheiten zu mischen, waren Ursache, daß dieser, um ihnzu entfernen, 172z seine Anstellung als General - Feldzeugmeister inden Niederlanden bewirkte. Bonneval reisete nun, um seine neueStelle anzutreten, nach Brüssel, aber voll Rachsucht gegen Eugen.Da dessen Günstling, der oben erwähnte Marquis von Prie, jetztUnterstarthalter der Kaiserlichen Niederlande war; so suchte Bon-neval durch häufige nach Wien gesendete Klagen über ihn dessenGlück zu untergraben und Eugen selbst dadurch zu kränken. Doch dadieser durch sein Ansehen Bvnnevals Absichten vereitelte, und derMarquis ein nachdrückliches Anklageschrerben an den Kaiserlichen Hofgegen Bonneval abgehen ließ; so war die Folge, daß der Marquissich Bounevals Person bemächtigen und ihn in die Citadelle nach Ant-werpen bringen lassen mußte. Bonneval erhielt Befehl, sich inWien zu stellen und Rechenschaft zu geben ; er ging, dem Befehl zu-wider, zuerst über den Haag, wo er fast einen Monat blieb, nachFrankreich korrespondiere und einen Umgang mit den Spanischen undFranzösischen Gesandten unterhielt. Man erfuhr alles in Wien, undder Erfolg war, daß Bonneval, als er endlich seine Reise dahinantrat, ehe er Wien erreichte, als Gefangener auf das Schloß Spiel-berg in Brün gebracht, ihm der Prozeß gemacht und durch den Hof-kriegsrath das Leben abgesprochen wurde, welches der Kaiser dabinänderte, daß er ein Jahr lang auf dem Spielberg in Arrest bleibensollte, und dann hingehe» könne, wohin er wolle. Nach Ablauf die-ses Jahres wurde er mit dem Verbote, je wieder einen Fuß auf deut-schen Boden zu setzen, über die Tvroler Gränze gebracht; er ging«ach Venedig, und so sehr er sich einschränkte, so war er doch demwirklichen Mangel nahe, als ihn ein — wahrscheinlich durch Eugenuber,endeter — Wechsel von 5000 Gulden aus der Verlegenheit ret-!"e. Jetzt wieder in eine bessere Lage verseht, ließ er, nachdem er»ald Venetianische, bald Russische Dienste, wiewohl umsonst gesuchthatte, der Pforte seine Dienste antragen, und Bonneval ging,nach einem fast zweiiährigen Aufenthalte zu Venedig, nach Constan-rinopel ab. Da ihm der Rufseiner Thaten sowohl, als die Erzäh-chug, wie menschenfreundlich er einst die gefangenen Türken beban-oeit habe, vorausging: so nahm man ihn überall sehr gütig auf. InAudienz von, Grvßvezier ersucht, seinen Uebertritt zurniayvmedanlichen Religion zu beschleunigen, weil er dann erst zu«ner öffentlichen Audienz bei dem Großsnltan gelangen könne, willigteder schon jetzt eine sehr ansehnliche Summe zu seinemI-^^rerhielt, sehr gern in eine Religionsveränderung, von derEuropäer Folge zu sagen pflegte: er habe den Turbannur der Nachtmütze vertauscht. Er erhielt darauf vvm Mufti Reli-