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merswende im Halberstädtischen, wo sein Vater Prediger war, gestor-ben 1794 zu Göttingen. Nur langsam wuchs er an Leib und Seeleund bis in sein zebnres Jahr lernte er durchaus weiter nichts als Le-sen und Schreiben; aber doch äußerte sich schon srüb eine Art vonpoetischer Stimmung in ihm. Schon als Knabe suchte er die Ein-samkeit, liebte er schon die schauerlichen Gefühle, welche Dämmerung,finstere Wälder und Menschenleere Oerter einzuflößen pflegen; fingauch bald an, ohne Anleitung und ein anderes Muster, als ihm dasGesangbuch darbot, Verse zu machen, die wenigstens im Metrumrichtig waren. Latein lernte er sehr schwer. 1760 kam er nach Aschers-leben anf die Schule. Er machte ein Epigramm auf den ungeheuernHaarbeutel eines Primaners, beka n tüchtige Schläge und wurde nunaufs Ha Nische Pädagogium gebracht. Hier wurde seine Freund-schaft mitGöckingk begründet. 1764 bezog er die Akademie inHalle uin Theologie zu studiren. Er kam mit Klotz in genaue Ver-bindung, die auf B. lebhafte Phantasie und rege Sinnlichkeit großenEinfluß hatte. Er ging 1768 von Halle nach Göttinge», um die Theo-logie mit den Rechten zu vertauschen. Allein auch hier gerieth er indem Hanse, worin Klotzens Schwiegermutter wohnte, in Verbindungen,die weder auf fein Studiren, noch auf seine Sitten vortheilhaft wir-ken konnten. Sein Großvater, der ihn seither allein hatte studiren las-sen, zog seine Hand ganz von ihm ab. Ohne die Verbindung derausgezeichneten Geister, die damals in Göttiugen studirten, Boie,Biester, Sprengel, Hblty, Miller, Voß, die beidenStolberge, C. F.Cramer, Leisewitz, wäre er wahrscheinlichverloren gewesen. Boie besonders munterte ihn auf und führte ihnins Publikum ein. Gemeinschaftlich mit seinen Freunden studirte ernun die beste« Muster der Alten und Neuern, der Franzosen, Englän-der, Jtaliäncr und Spanier, besonders aber Shakespear. PercpskeIick,, welche nachher so sehr auf seinen Geist wirkten, wurdensein Handbuch. Seine Gedickte machten schon große Sensation. 1772brachte es Boie dahin, daß die Hrn. von Uslar ihm die Stelleihres Jnstizbeamten in Alten Gleichen übertrugen, ei» geringesAemtchen, das nur als Rettung vor der dringendsten Noth angesehenwurde; der gute Großvater, als erhörte, daß unser B. ein Amt er-halten hatte, söhnte sich wieder aus, schoß eine Summe zur Be-zahlung von B. Sckulden und zur Erlegung der Caution her. Un-glücklicherweise wurde dies Geld bei einem Freunde B. deponirt, derselbst in zerrütteten Umständen war; dieser verwandte es für sich undB. verlor dabei an 7c» Thlr. Hicdurch wurde hauptsächlich derGrund zu der gänzlichen Zerrüttung seiner ökonomischen Umstände ge«legt, die bis an seinen Tod fortdauerte und auf seinen poetischenCharakter großen Einfluß hatte. Er heirathete 1774 die Tochter einesbenachbarten Beamten, Namens Leonhardt, und auch dieseHeirathwurde für ibn eine Quelle namenloser Leiden. „Schon als ick mitihr vor den Altar trat, schreibt er selbst, trug ick den Zunder zu derglühendsten Leidenschaft für ihre Schwester, die damals noch ein Kindund kaum 14—15 Jahr alt war. in meinem Herzen. Ich fühlte daswohl, allein ick hielts für einen Fieberanfall, der sich bald gebenwürde. Es wäre meine Pflicht gewesen, noch am Altare zurückzutre-ten. Mein Fieber legte sich nickt, sondern wurde 10Jahre lange im-mer heftiger» immer unauslöschlicher. In eben dem Maße, als ichliebte, wurde ich wieder geliebt. O ich wurde ein Buch schreibe»müssen, wenn ich die Martergeschichte dieser Jahre und so viele der