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männlichen Geist vermisse, der eingeweiht in die Mysterien des 2
Schönen, Edlen und Wahren, zu dem Volke bildend herniedersteigt, t
aber auch in der vertrautesten Gemeinschaft mit demselben nie seine l
himmlische Abkunft vcrläugnct; er vermische sich nicht selten mit dem t
Volke, zu dem er sich nur herablassen sollte, und anstatt es scherzend ^
und spielend zu sich hinaufzuziehen, gefalle es ihm oft, sich ihm gleich k
zu machen. Schiller vermißte an ihm dieJdealisirkunst, die Kunst e
das Vortrefliche seines Gegenstandes von gröbern, wenigstens fremd- «
artigen Beimischungen zu befreien. B. Muse, sagt er, hat einen zu k
sinnlichen, zu gcmeinsinnlichen Charakter. Liebe ist ihm selten etwas > ,anders als Genuß oder sinnliche Augenweide. Schönheit oft nur Ju- h
gend, Gesundheit, Glückseligkeit und Wohlleben. Seine Gemälde, j kdie er ausstelle, mochte er mehr einen Zusamiuenwurf von Bil- ILern, eine Compositivn von Augen, eine Art von Mosaik, als Ideale lnennen. Wirklich war Bürger nie von dieser Scbillerschen Jdcali- erät ausgegangen; seine leitenden Prinzipien waren ganz anderer Art, csie waren Popularität und Correktheit. Was den poetischen Werth !von BürgerS Werke» in den einzelnen Dichtungsarten anbetrift, so ! ssteht er in den Romanzen, da, wo erden alt-englischen Balladen snachgebildet hat, seinen Vorbildern an Einfachheit und Zartheit nach;in seinen eigenen, deren Reihe auf das Glänzendste Lenore eröff- <
uet, die ihm, wenn er sonst nichts gedichtet hätte, allein die Unsterb- ,
lichkeit sichern würde, findet man doch als die beiden Endpunkte sei- Iuer Manier eine unpopuläre Künstlichkeic der Darstellung und dann iwieder positive Popularität, die nicht durch bloße Enthaltung von al- >lem nicht volkmäßigen, negativ, sondern durch Annahme gemeiner i
Sprecharten erreicht werden sollte. Von seinen Liedern im Volks» <
tone gibt es einige, die nicht leicht zu sehr können gelobt werden. > lSie sind eigenthümlich, ohne Bizarrerie und frei und leicht wie aus ivoller Brust gesungen. Bürger bat auch das Verdienst, das beiuns gänzlich vergessene und nach lächerlichen Vorurcheilen verachtete l
Sonett zuerst wieder zu Ehren gebracht zu haben. Unter seinen Ueber- >
setzungen ist die des Homer die wichtigste. A. W. Schlegel faßt j
fein Urtheil in folgendem Resultate zusammen. Bürger ist ei« !
Dichter von mehr eigenthümlicher, als umfassender Phantasie, »o« !
biederer und treuherzigerer als zarter Empfindungsweise; von mehr ! lGründlichkeit im Ausführe», besonders in der grammatischen Tech- ' <nik, als tiefem Verstand im Entwerfen; mehr in der Romanze und ^ idem leichten Liede, als der Hähern lyrischen Gattung einheimisch: j iin einem Theile seiner Hervorbringungen echter Volksdichter, dessen i
Kunnstyl, wo ihn nicht Marimen und Gewöhnungen hindern, sich l
ganz zu demselben zu erheben, Klarheit, rege Kraft, Frische und zu- l
weilen Zierlichkeit seltner Größe hat. l
Bürger. Eigentlich die Bewohner einer Burg. Es bezeich- i
net aber diejenigen Einwohner einer Stadt, welche die Freiheiten i
und Gerechtsame derselben genießen und welche zugleich an der Ner- !
waltung der Stadt Theil haben, und zu Mitgliedern des Raths er- i
wählt werden können. In dieser Bedeutung werden noch in einigen i
Städten, besonders aber in der Schweiz, die Bürger vorzugsweiseden Einwohnern entgegengesetzt. In etwas weiterer und rn den i ifreien Reichsstädten gewöhnlicher Bedeutung hießen bisher diejenl- l
gen Einwohner einer Stadt Bürger, die in Ansehung ihrer Nah- !
rungsgescdäfte die Freiheiten der Stadt genossen und ihre Laste» >
mit tragen halfen, sie mochten übrigens an der Verwaltung derStadt >